Von der Salzwüste aus ging es für uns über die Geröllwüste direkt weiter in die Sand und Gesteinswüste Atacama. Genauer gesagt wir waren in San Pedro de Atacama gelandet und es erschlich uns das Gefühl, wieder mal am Ende der Welt gelandet zu sein…Dieses Mal am trockensten Ende der Welt… In dieser kleinen Stadt in der Wüste gab es nichts außer Hotels, Restaurants und Reiseagenturen, umgeben von Sand und Staub.
Da unser Ankunftstag schon sehr fortgeschritten war, machten wir nicht mehr viel, außer Pizza essen zu gehen (die gibt’s echt überall in Südamerika) und uns bei der Partneragentur von der Agentur, mit der wir in der Uyuni-Wüste waren, zwei Touren für den nächsten Tag zu buchen.
Da die erste Tour erst am Mittag startete, schliefen wir erst mal aus und auf Grund der… mal wieder… verpassten Zeitumstellung hätten wir fast das Frühstück verschlafen. Unser Hotelier hatte aber Mitleid und wir bekamen was Ordentliches zu essen serviert. Danach mussten wir leider unser Zimmer räumen und in ein anderes Hotel umziehen, da wir nur für eine Nacht reserviert hatten und das Hotel ausgebucht war.
Also schnell die Rucksäcke gepackt, das Hotel gewechselt und dann ab zum Tourenanbieter. Wir stiegen in einen Minivan voller merkwürdiger Gestalten ein und dann fuhren wir mit ihnen hinaus in das Valle de la luna. Den Namen trägt das Tal, wie man sich wohl denken kann, weil das Aussehen der Oberfläche an den Mond erinnert… zumindest wohl die, die schon mal da waren…
Als erstes geht es in das Caverna de Sal, ein von Wasser in den Felsen gewaschenes Labyrinth… oder zumindest ein langer Gang. Eigentlich war es ganz schön anzusehen und auch ganz spaßig durch die engen Stellen zu kraxeln, aber leider war es hier doch sehr überlaufen von Touristen.
Ohne lange Pause, so sind sie nunmal die guided Tours, ging es direkt weiter zu den Los tres Marias… drei Felsen, die auch mit viel Fantasie nicht wirklich aussahen wie drei Marias, aber wir ließen es mal durchgehen. Daneben befand sich dann ein Felsen, der wie ein T-Rex oder Pac-Man aussehen sollte… das traf schon eher unseren Geschmack 🙂 … Der Guide wies uns netterweise noch drauf hin, die Wege nicht zu verlassen, weil es hier noch die eine oder andere Landmine geben soll… wir hielten uns mal dran…
Zu Fuß ging es ein kurzes Stück weiter zum El Amphitheatro, einer Gesteinsformation, die an ein Amphitheater erinnern soll… Für so einen Besuch auf dem Mond braucht es eine gehörige Portion Fantasie! Danach ging es noch auf eine große Düne hinauf und von dort oben hatten wir einen tollen Ausblick auf das, zugegebenermaßen sehr schöne, Valle de la luna.
Zum Sonnenuntergang fuhren wir dann zum Coyote Felsen. Benannt wurde dieser witzigerweise nach dem Comic Road Runner, weil der Felsen vom aussehen her an den Felsen aus dem Comic erinnert. Von dem Felsen aus hatten wir einen schönen Ausblick über die Wüste, aber die Menschenmassen deuteten darauf hin, dass dies wohl der Standard Sonnenuntergangspunkt ist.
Nach dem Sonnenuntergang (in diesen Gefilden dauert er maximal 5 Minuten) fuhren wir dann zurück in die Stadt… wie alle anderen Touren auch… und standen erstmal im Minivan Stau. Alles in allem war das Valle de la Luna sehr schön, aber ich denke, wenn man auf eine Tour verzichtet und es alleine angeht ist man besser bedient.
Für den späten Abend hatten wir dann noch eine weitere Tour gebucht. Da die Atacama-Wüste ja vor allem auch für ihren Sternenhimmel berühmt ist, wollten wir uns diesen natürlich nicht entgehen lassen und fachmännisch betrachten. Mit dem bekannten weißen Minivan wurden wir wieder von der Agentur abgeholt und außerhalb der Stadt auf ein Grundstück gebracht, auf dem schon der Astronom mit mehren Teleskopen auf die Gruppe wartete. Mit einer Mischung aus Theorie und Praxis erklärte und zeigte er uns verschiedene Sternenbilder und woran man sie erkennt. Dann wurden wir noch in die Benutzung der Teleskope eingeführt und als Übungsaufgaben mussten wir verschiedene Sterne Anvisieren… Ein sehr gelungener Abend, der uns sehr viel Spaß gemacht hatte!
Am nächsten Tag wollten wir dann mal wieder auf eigene Faust losziehen. Wir liehen uns zwei Fahrräder und machten uns auf den Weg zum Valle de la muerte… wieso leihen wir uns eigentlich immer Fahrräder bei 40°C Außentemperatur… schön schwitzend und steil Bergauf radelten wir die Straße entlang auf der Suche nach dem Eingang. Nach gefühlt trölf Stunden fanden wir dann schließlich den Hintereingang zum Valle de la muerte und rollten das Feld von hinten auf… Das Tal heißt übrigens eigentlich Valle de la marse, weil es dem Mars so ähnlich sieht (ich bin da ja nicht so überzeugt), aber weil der Entdecker so schlecht spanisch konnte, wurde der Name missverstanden.
Das Tal bot uns wieder einen schönen Ausblick mit einer Mischung aus Dünen und schroffen Gestein. Die Farben sind toll und das Tal wir spektakulär… nur der Weg ist leider sehr bescheiden und so mussten wir die Fahrräder große Teile der Strecke schieben, weil ein Fahren in dem tiefen Sand unmöglich war.
Zurück in San Pedro belohnten wir unsere Leistung erst einmal mit einem schönen Eis-/Kaffee und einem wohlverdienten Kaltgetränk. Anschließend gaben wir die Räder zurück und zogen direkt weiter zum Busbahnhof. Noch an dem gleichen Tag ging es für nach Calama… einem zwielichtigen, dreckigen Ort weiter im Norden. Von dort aus flogen wir dann tags darauf weit in den Süden zu unserem nächsten… deutlich kälteren… Abenteuer.