Torres del Paine

Von Calama aus flogen wir nach Punta Arenas, ganz im Süden von Chile. Durch einen längeren Zwischenstop in Santiago de Chile kamen wir erst später am Abend an. Am Flughafen wurden wir dann direkt vom Sohn unseres Hosts abgeholt und zu unserer Unterkunft gebracht. Als wir den Flughafen verließen, traf uns erst mal kurz der Temperaturschock. Nachdem wir tage-, wochen-, monatelang heißes Wetter und Sonnenschein hatten, standen wir nun bei etwa 10°C im Nieselregen… Zum Glück fanden wir weit unten in unseren Rucksäcken auch lange Hosen und Daunenjacken.

In der Unterkunft angekommen waren wir sogar froh, dass die Heizung angestellt war… Nach einem etwas seltsamen Abendessen im Wohnzimmer der Familie gingen wir erschöpft ins Bett. Am nächsten Morgen begann unser Roadtrip durch Patagonien. Erste Anlaufstelle war dazu sinnvollerweise die Zentrale der Autovermietung, um unseren neuen Begleiter ‚J.J. Tango‘ abzuholen.

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Wir füllten noch schnell die Genehmigung aus, dass Tango auch mit uns nach Argentinien kommen darf und dann fuhren wir los in Richtung Norden. Kurz hinter der Stadtgrenze sammelten wir noch einen Tramper ein und dann fuhren wir durch den tollen Süden Patagoniens nach Puerto Natales… des Trampers entledigten wir uns zuvor unterwegs…

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Für die nächsten drei Tage bildete Puerto Natales unseren Ausgangspunkt für den Nationalpark Torres del Paine, einen der bekanntesten Nationalparks in Patagonien und die Hauptattraktion auf chilenischer Seite. Wer nicht gewillt ist die horrenden Preise in Cerro Castillo zu bezahlen… waren wir nicht… für den ist Puerto Natales die am nächsten gelegen Stadt am Nationalpark. Trotzdem brauchten wir noch ca. 1,5 Stunden, um von der Stadt zum Nationalpark zu kommen.

Am ersten Tag wollten wir von Süden aus in den Nationalpark fahren. Als wir auf den Zubringer abbiegen wollten, merkten wir aber, dass die Straße gesperrt war. Uns blieb also nichts anderes übrig, als außenherum zum Osteingang zu fahren. Über holprige Straßen fuhren wir also zum Parkeingang, bezahlten unser Eintrittsticket (das für drei Tage gültig war) und machten uns auf den Weg zur Laguna Amarga.

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Weiter ging es vorbei am Paine Wasserfall zur Laguna Azul (ja, auch hier gab es viele Lagunas…). Auf den Weg hatten wir wundervolle Ausblicke auf die Gebirgskette Paine Grande und den Cuernos del Paine und auf unendlich viele grasende Guanacos (aus der Familie der Lamas/Kamele).

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An der Laguna Azul angekommen starteten wir einen kurzen Trek. Leider war das Wetter nicht so ganz auf unserer Seite und so nieselte es ab und zu. Von dem Wanderweg aus hatten wir dann aber einen schönen erhöhten Blick auf die Lagune. Die von gelesenen Berichten versprochene reichhalte Tierwelt blieb uns allerdings leider verborgen. Dafür machten wir, als wir zurück zu Tango kamen, die Bekanntschaft mit zwei Schopfkakaras, falkenartigen Raubvögeln, die es massenhaft im Nationalpark gab.

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Dann fuhren wir erstmal ein längeres Stück durch den Park, genossen die Aussicht und die wundervollen Farben der Lagunen. Irgendwann stießen wir dann auf den Nordernskjöld-Lookout.

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Der letzte Stop für den Tag war schließlich der Cuernos Lookout, bei dem wir noch eine Wanderung machten. Der Wind bließ auf dem Weg so dermaßen stark, dass ich schon Angst hatte, meine Frisur zu verwuscheln… Am Ende der Tour wurden wir aber für die windigen Mühen mit einem fantastischen Ausblick über den Nordernskjöld See und den dahinter liegenden Cuernas del Paine belohnt… schön kitschig mit Guanacos im Vordergrund.

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Am Morgen hatten wir erfahren, dass man sehr wohl über den Südausgang fahren könne, man müsste nur eine Umleitung fahren, die aber nicht ausgeschildert war… hätten wir auch selbst drauf kommen können… nicht! Wir fuhren also tatsächlich über den Südausgang zurück und nahmen für das gute Charma auf dem Weg mal wieder zwei Anhalter mit…

Müde und erschöpft fielen wir am Abend ins Bett. Am nächsten Morgen sollte es dann direkt wieder früh weiter gehen, um die Zeit im Park voll ausnutzen zu können. Dieses Mal fuhren wir direkt über den Südeingang in den Nationalpark und zu dem Ausgangspunkt unserer ersten Wanderung am Lago Grey. Auf dem Weg dorthin begann es sogar irgendwann zu schneien. Das kalte Wetter hatte uns vollständig erwischt und mit grauen Himmel und Horizont wurden wir am See empfangen.

Der Trek, den wir eigentlich machen wollten, war aus Sicherheitsgründen des Wetters wegen geschlossen und so entschieden wir uns für eine kürzere Wanderung am See entlang… was sich für uns als Glücksfall erwies. Direkt am Ufer des Sees trieben riesige Eisschollen, die von dem angrenzenden Grey-Gletscher gekalbt worden waren. Bei der weiteren Wanderung hatten wir dann später auch noch einen tollen Blick auf den Gletscher selbst.

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Unsere nächste geplante Wanderung steuerten wir zwar mit dem Auto danach noch an, entschlossen uns dann aber am Fuße des Berges, die Wanderung auf Grund der fortgeschrittenen Stunde auf den nächsten Tag zu verschieben. Statt dessen machen wir auf dem Weg nach Puerto Natales Halt an der Cueva del Miladon. Die Höhle ist der Fundort des urzeitlichen Riesenfaultiers, dem Milodon. Leider ist die Anlage weniger spektakulär als erwartet und es gibt nicht allzu viel zu sehen.

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Am dritten Tag fuhren wir im Nationalpark Torres del Paine nur noch zum Condor-Lookout. Der Wanderweg führte steil bergauf durch ein verbranntes Waldgebiet, das etwas an einem mystischen Wald erinnerte. Weiter oberhalb ging es dann auf einen exponierten Bergabschnitt, an dem die Kondore nisten. Einmal mehr hatten wir einen fantastischen Blick über das Bergpanorama und die davor liegenden türkisfarbenen Lagunen. Der wieder mal extrem starke Wind hielt uns allerdings vom zu langem Verweilen ab…

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Nachdem wir wieder unten am Auto angekommen waren, machten wir uns daran, den Nationalpark erneut bis zum Ostausgang zu durchfahren und dann die Grenze nach Argentinien bei Cerro Castillo zu überqueren. Von dort aus ging es dann weiter zu unserer nächsten Station, El Calafate.

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