Am Ende der Welt

Wieder mal hatten wir einen ganzen Tag im Bus verbracht… zum letzten Mal in diesem Jahr. Morgens um 8 Uhr fuhren wir in Punta Arenas mit „Bus Sur“ los. Über uns bereits bekannte Straßen ging es nordöstlich an den Ufern der Magellanstraße entlang. Bei Punta Delgada setzten wir dann mit der Fähre nach Cruze Bahia Azul auf Feuerland über. Dort ging es dann noch einige hundert Kilometer südwärts bis zum Ende der Welt, Ushuaia.

Bei San Sebastian wechselten wir während der Fahrt zum letzten Mal die Grenze von Chile nach Argentinien… der wahrscheinlich letzte Länderstempel in unserem Pass für dieses Jahr.

DSC01830
DSC01849
DSC01855
DSC01856
DSC01859
DSC01861

 

Ushuaia ist mit knapp 46.000 Einwohnern die südlichste Stadt der Welt und wird daher auch Fin del Mundo genannt, das Ende der Welt. Von hier aus starten Expeditionen und zahlungskräftige Kundschaft auf Kreuzfahrtschiffen in die Antarktis.

Funny Fact: Ushuaia liegt weiter vom Südpol entfernt als Moskau vom Nordpol.

Für die härtesten Schneestürme gewappnet trafen wir am Abend in Ushuaia ein… und schwitzten uns erst mal zu Tode. Noch nie waren wir dem Südpol so nahe und gleichzeit war es in den letzten zwei Wochen selten so heiß wie hier… aber die Freude hielt immer nur für kurze Zeit, denn hier im Süden war es mit den Wetterwechseln noch schlimmer als weiter oben in Patagonien. Währen man sich noch die Regenjacke gegen den fallenden Schnee anzog, kam man schon wieder ins Schwitzen durch den strahlenden Sonnenschein…

Daher ging es am nächsten Tag mit einem Rucksack voller verschiedener Klamotten zum Wandern in den Nationalpark Tierra del Fuego (Feuerland). Praktischerweise wurden wir am Morgen von einem Shuttle-Bus zu einem horenden Preis an der Unterkunft abgeholt und zum Nationalpark gebracht… wo wir dann vor Ort noch einen üppigen Preis Eintritt latzen durften… Der es natürlich Wert war, denn der Nationalpark am Ende der Welt ist einfach Pflicht.

Vom Bus wurden wir an der Zaratiegui Bay abgesetzt. Von dort aus wanderten wir dann mit drei anderen Reisegruppen los… es hieß also erstmal etwas Gas geben, um die anderen abzuhängen. Der Weg führte direkt am Beagle-Kanal entlang bis zur Lapataia Bay. Während des ganzen Weges (der größtenteils aus Matsch bestand…yeah) hatten wir einen tollen Blick auf den Kanal… und auf den Krokodilfelsen ( so würde ich ihn jedenfalls nennen).

DSC01879
DSC01884
DSC01891
DSC01896
DSC01913
DSC01920
DSC01923
DSC01925
DSC01935

 

Auf zwei Brücken ging es dann über den Lapataia River bis hin zum Arias Port und damit auch zum Ende (oder ist es der Anfang?) der Route 3, der Panamericana. Von diesem Punkt aus führt die Straße 17.848km nach Norden bis nach Alaska (oder führt sie von Alaksa aus 17.848km nach Süden bis hier?). Mit dieser Frage im Kopf wanderten wir noch etwas die Bucht entlang und wurden dann am frühen Abend vom Shuttle-Bus wieder abgeholt und zurück nach Ushuaia gebracht.

DSC01944
DSC01948
DSC01956
DSC01947
DSC01950
DSC01956
DSC01965
DSC01968
DSC01971
DSC01974
DSC01980
DSC01982
DSC01991

 

Am Abend schlenderten wir dann noch kurz durch die Innenstadt und gingen dann müde nach Hause…

DSC01997

 

Der nächste Morgen begann dann mit einem tragischen Abschied… Viele hunderte Kilometer waren die die beiden unzertrennlich, aber letztendlich wurde der Gestank zu groß… so fanden Dannis Wandersandalen ihr wohlverdientes Ende und erhielten ihren Gnadenschuss am Ende der Welt in einer rosa Mülltonne am Ende der Welt… Semper Fi!

DSC02003

 

Da die Anstregung der letzten Wochen noch immer in unseren Beinen steckte, gingen wir den Tag etwas gemächlicher an. Als erstes stand Shopping auf dem Programm. In der Avenida San Martin, der Haupt-Shoppingmeile der Stadt, reihen sich Restaurants und Souvenirläden aneinander. Hier wurden wir unter anderem bei Postkarten fündig und sahen dies zum Anlass, uns erst einmal in ein Café zu verkriechen und Postkarten zu schreiben… nach einer hatte ich einen Handkrampf… verfluchte Informatiker…

DSC02004
DSC02008
DSC02011
DSC02012
DSC02013
DSC02014
DSC02017
DSC02021
DSC02025

 

Danach liefen wir zum Hafen heruntern, um uns die Hochsee-Segelschiffe und Kreuzfahrtschiffe anzusehen, die Richtung Antarktis fahren. Der Hafen war nicht sonderlich groß, aber alles was in die Antarktis möchte, wird wohl oder übel hier einmal anlegen.

Auf einem Platz vor dem Hafen waren mehrere Gedanktafeln und Denkmäler zum Falklandkrieg und dessen Opfern aufgestellt. Wirkliche Informationen zum Krieg wurden aber leider nicht gegeben (diese mussten wir dann auf Wikipedia nachlesen).

DSC02031
DSC02035
DSC02042
DSC02046
DSC02047
DSC02051
DSC02052
DSC02054

 

Am Hafen machten wir dann auch gleich eine ausgedehnte Mittagspause, um unsere alten Knochen etwas auszuruhen. Danach liefen wir weiter zum Museum Fin del Mundo. Wir hatten uns zwar mehr davon versprochen, es gab gerade einmal zwei kleine Räume und ein Filmchen, aber trotzdem konnten wir uns etwas über Feuerland, dessen Tierwelt, Geschichte und Ureinwohner informieren.

DSC02059
DSC02060
DSC02061

 

Nach einer weiteren Runde Shopping ging es dann relativ früh zurück zur Unterkunft, um uns auf den Flug am nächsten Tag vorzubereiten.

Tags darauf war die Laune dann erstmal etwas im Keller, denn obwohl wir uns natürlich auch auf die Heimat freuen, war die immer näher rückende Wirklichkeit doch schwer zu ertragen. Nach einem ausgedehnten Frühstück und einem leckeren Kaffee in unserem ‚Stammcafé‘ ging es dann aber wieder Berg auf und wir schrieben die Erlebnisse der letzten Tage in Buch und Blog… Am Mittag hob unser Flugzeug ab zu unserem letzten Ziel, um uns vor dem kalten Deutschland nochmal aufzuwärmen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert