Salty Six im Einsatz (viele Bilder)

Uyuni selbst war ein kleines, staubiges und leicht heruntergekommenes Dorf mitten im Nirgendwo. Der einzige Grund als Tourist an diesen verlassenen Ort zu reisen, ist die Salar de Uyuni, die größte Salzwüste der Welt. Die Wüste ist über 10.000km² groß und die Salzkruste ist bis zu 30m dick und kann problemlos befahren werden. Zugleich befindet sich in der Salar de Uyuni eines der größten Lithium-Vorkommen der Welt. Das Lithium führt auch dazu, dass sowohl GPS als auch ein Kompass massiv gestört werden können und man daher am besten mit einem Guide durch die Wüste fährt, wenn man sich nicht verfahren möchte…

Wollten wir nicht… und so startete unsere geführte Dreitages-Tour am nächsten Morgen. Mit unserer Gruppe hatten wir dieses Mal totales Glück. Mit uns reisten in unserem Jeep noch zwei Mädels aus Neuseeland, Emma und Serena und ein kroatisch-italienisches Pärchen aus Holland, Jelena und Alessandro. Da es günstiger war, hatten alle die Tour auf spanisch gebucht, obwohl nur Alessandro wirklich gut spanisch konnte, alle anderen sprachen nur Englisch… unser Fahrer konnte dafür kein Englisch und sprach nur Spanisch…

Der erste Stopp auf der Tour war der Cementerio de Trenes, der alte Zugfriedhof. Früher wurde in der Region noch Steinkohle abgebaut und transportiert. Dies wurde aber schon vor Jahrzenten aufgegeben und so ist als eines der Überbleibsel dieser Friedhof entstanden, auf dem sich die alten Dampfloks tummeln. Teilweise sind die Lokomotiven über 100 Jahre alt… Hier wurde uns dann auch zum ersten Mal deutlich, wie viele Touristen und Jeeps die Tour wohl gleichzeitig starten…

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Nächster Halt war der Colchani, ein kleiner Tourimarkt, an dem aller möglicher Krimskrams verkauft wird. Neben dem üblichen Suveniers kommen jetzt auch noch kleine aus Salz gefertigte Dinge hinzu. Nichts wirklich Spektakuläres, aber zumindest hatte man die Chance auf eine Toilettenpause…

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Dann ging es endlich richtig los. Der Staub und die Steine unter den Räder wurden immer weniger und der Horizont wurde immer weißer. Nach kurzer Zeit auf dem Salz erreichten wir dann schon die Ojos del Salar, die Wasseraugen. Mitten in der Wüste befinden sich Löcher im Boden, in denen sich stark blubbernd Wasser sammelt. Irgendwie hängt das Wasser und das Geblubber mit den angrenzenden Vulkanen zusammen, aber irgendwie versteht es so niemand ganz genau… das Wasser jedenfalls war trotz Geblubber ganz kalt.

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Dann wurde erstmal weiter gefahren und zur Mittagspause kehrten wir in das Hotel de Sal ein, ein ehemaliges Salzhotel, das heute nur noch als Mittags-Rastplatz verwendet wird. Die Mauern des Gebäudes und auch Teile der Einrichtung sind vollständig aus Salz gebaut. Uns wurde eine leckeres Mittagessen serviert, es wurden ein paar Fotos geschossen und dann ging es tief hinein in die Unendlichkeit aus Salz.

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Einige Zeit später hielten wir dann mitten in der Wüste an. Um uns herum war nichts zu sehen außer Salz. Ganz faszinierend war das Salz auf dem Boden in Wabenform ausgetrocknet und gerissen. Die hochstehenden Kanten der Waben waren sehr scharf und das Rot des Blutes bildete einen tollen Kontrast zu dem Weiß des Bodens. Unsere Gruppe machte sich daran, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen und alle möglichen verschiedenen Perspektiven-Bilder zu schießen. Unser Fahrer nutzte derweil die Zeit, um den Jeep zur Hälfte zu zerlegen und zu warten (das Salz muss wohl sehr aggressiv sein…).

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Zum Sonnenuntergang fuhren wir dann zur Isla Incahuasi. Die Insel ist ein kleines Fleckchen Erde mitten in der Salzeinöde, überwuchert mit riesigen Kakteen. Es war ein wirklich wunderschöner Anblick inmitten des Nichts.

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Zum Übernachten fuhren wir dann in ein anderes Salzhotel. Auch hier wurden wieder alle Mauern und auch einige Teile der Einrichtung vollständig aus Salz gebaut. Der Boden bestand aus Salzkörnern und es fühlte sich an, als würde man im Sand laufen. Zu unserem Glück hatten wir in dieser Nacht noch ein Doppelzimmer, nur das einzige Bad des Hotels mussten sich alle Besucher teilen…

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Am nächsten Morgen ging es schon früh weiter. Nach dem Frühstück verließen wir die Salzwüste und das Gelände formte sich in eine Wüste aus Geröll und Schotter. Straßen oder Wege waren nicht wirklich zu erkennen, aber der Fahrer schien zu wissen, was er tat. Kurze Zeit später erreichten wir ein Tal, in dem sich lauter spitze zackige Steine befanden, die uns stark an Korallen erinnerten… und anscheinend waren sie das auch mal, als sich an dieser Stelle vor Jahrtausenden noch das Meer erstreckte.

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Wir fuhren weiter und hielten schon kurze Zeit später an einem Abschnitt der ehemaligen Bahnstrecke. Von denen im Nichts verlaufenden Gleisen aus hatte man einen schönen Blick auf den Volcan Ollague.

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Dann begann der Abschnitt des Tages, den man auch getrost als Lagunen-Hopping beschreiben könnte. Beim Fahren durch die Atemberaubende Landschaft machten wir nach und nach Halt an der Laguna Canapa, Laguna Hedionda, Laguna Chiarkhota, Laguna Honda und Laguna Ramadita. Die Lagunen hatten alle tolle Farben und boten mit den Bergen im Hintergrund ein tolles Panorama. An vielen der Lagunen lebten auch verschiedene Flamingoarten, die es nur in Südamerika gibt. An einer der Lagunen machten wir dann zwischenzeitlich auch einen längeren Stopp und wir bekamen wieder ein sehr köstlichen Mittagessen serviert.

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Weiter ging es durch die noch sandiger werdende Region Desierto Siloli. Auf einer Anhöhe machten wir Halt und genossen die Aussicht auf die Berge. Je nachdem wo man hinschaute, zeigten sich die Berge in unterschiedlichen Farben.

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Nächster Stopp war der Abrol de Piedra, ein freistehender Felsen, der der Schwerkraft zu trotzen schien. Aber auch drum herum waren einige schöne Felsen, die zum Klettern einluden.

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Danach ging es weiter an die Grenze des Nationalparks Reserva Nacional De Fauna Andina Eduardo Avaroa und an die Laguna Colorado, eines der Highlights der Tour. Die Lagune schien in roter und weißer Farbe, wurde von Flamingos beheimatet und lag in einem wundervollen Panorama… einfach traumhaft schön.

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Danach ging es zu unserer Unterkunft bei Huayllayjara. Diesmal schliefen wir in einem Schlafsaal mit 7 Leuten… und wieder gab es nur ein Klo (m/w) für etwa 30 Personen… Dusche gab es diesmal keine. Nach einer fürchterlichen Nacht mussten wir dann am nächsten Morgen schon um 4 Uhr aufstehen… völlig unnötigerweise. Denn da unser Fahrer noch einem anderen Fahrer half (dessen Jeep wohl einen Defekt hatte), kamen wir doch erst stark verspätet los.

Davon ließen wir uns aber die Laune nicht verderben. Nach nur kurzer Fahrt erreichten wir die Sol de Manana Geisiere. Überall blubberte, brodelte und rauchte es. Es gab keine Absperrung und so konnten wir frei zwischen den Geisieren herumspazieren… nur keinen falschen Schritt machen 🙂

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Danach ging es zu einem sehr ersehnten Halt: den Polkes aguas termales. Mit großer Freude sprangen wir, trotz der Kälte, in die beiden natürlichen Thermalbecken. Ein absoluter Traum, nachdem wir am Vorabend nicht den Staub der Wüste von unseren Astralkörpern waschen konnten.

Vollständig entspannt ging es dann weiter zu den Desierto Salvador Dali, den Dali Felsen. Die Felsen im Sand erinnern sehr stark an ein Gemälde von Salvador Dali und tragen daher diesen Namen. Daneben hatte man einen tollen Blick auf den Volcan Licancabun.

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Die letzten beiden Sehenswürdigkeiten boten die beiden Lagunen Laguna Blanco und Laguna Verde, bevor wir dann kurze Zeit später die chilenische Grenze erreichten und die Wege der Gruppe sich teilten.

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Mit einem Kleinbus (wie immer in weiß… der Renner weltweit) wurden wir dann auf der chilenischen Seite der Grenze abgeholt und nach San Pedro de Atacama gefahren, wo wir uns einem ausführlichen Gepäckcheck unterziehen durften. Nichts desto trotz hatten wir drei fantastische Tage in der Salar de Uyuni und sind gut in Chile angekommen.

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