Spät am Abend landeten wir endlich in Lima. Da die Gegend um den Flughafen nicht als die sicherste gilt, nahmen wir uns noch im eingezäunten Bereich ein Taxi und ließen uns zu unserem AirBnB bringen… natürlich mit Pförtner im sicheren Viertel Miraflores.
Am nächsten Morgen stürzten wir uns dann gleich ins Getümmel. Wieder mal war der erste Antrieb die Suche nach einem Reiseführer. Nachdem wir in Quito so enttäuscht wurden, hatten wir die Hoffnung zumindest in Lima einen Reiseführer für Südamerika zu bekommen (um in den folgenden Ländern nicht wieder das gleiche Problem zu haben).
Wir gingen also auf eine der belebteren Straßen von Miraflores, bei der wir auf Google gesehen hatten, dass es dort „Buchläden“ geben sollte. In der Vergangenheit wurden wir allerdings schon belehrt, dass „Buchladen“ ein sehr weitgefächerter Begriff ist. Allerdings konten wir diesmal unserern Augen kaum trauen. Schon beim Betreten des ersten kleinen Buchlades lagen direkt am Eingang Lonely Planets von Peru in spanischer und englischer Sprache. Weiter hinten im Geschäft war dann ein ganzer Lonely Planet Ständer aufgestellt… der Himmel auf Erden. Mit einem Südamerika on a Shoestring Reiseführer ging es dann erstmal gut gelaunt zum Schmörkern zum Frühstück… in die gegenübergelegene Fastfood-Kette.
Tipps aus der Heimat und unser neuer Reiseführer führten uns zuerst in die historische Altstadt von Lima. Das erste Ziel war der Plaza de Armas. Zu unserem Pech war er allerdings auch das Ziel einer Demonstration und so war der gesamte Platz abgesperrt, bis die annahende Demonstation vorbei gezogen war (was, wie sich später herrausstellen sollte, wohl den ganzen Tag dauern sollte). Da der Platz zu dieser Zeit noch leer war, konnten wir wenigstens Fotos ohne viele Menschen machen.
Ein leicht verrückt angehauchter Auswanderer-Ami quatscht uns beim Fotos machen an und erzählt uns, dass der Plaza de Armas eh uninteressant sei, das eigentliche Highlight (und auch das einzige) seien die Katakomben unter der Monasterio de San Francisco. Kilometerlange Gänge würden in mehreren Ebenen unter der Stadt verlaufen und verschiedene wichtige Punkte miteinander verbinden. Zum Beweis zeigte er uns einen Schacht am Plaza de Armas, der mehrere Meter in die Tiefe geht… und angeblich in einem dieser Gänge mündet.
Wir hörten also auf den vertrauenswürdig wirkenden Mann und gingen zur Monasterio de San Francisco…
Dort angekommen kauften wir uns eine Eintrittskarte und hatten dann das Glück, dass wenige Momente später die englische Führung startete… Im Inneren waren Fotos allerdings leider verboten… Die Führung zeigte nicht nur das wirklich beeindruckende Kloster mit großer Bibliothek (die nur von den Ordensmeistern betreten werden darf), sondern auch die Katakomben. Die Überreste mehrere zehntausend Verstorbener liegen hier verteilt auf vier Ebenen begraben. Für die Öffentlichkeit ist allerdings nur die erste Ebene zugänglich. Tatsächlich bestätigt auch die Führerin am Ende der Führung, dass es mehrere Gänge von den Katakomben aus gibt, die unter der Stadt verlaufen und deren Ziele teilweise noch unbekannt sind.
Wir verließen die Monasterio de San Francisco und gingen durch die sehr belebte Fußgängerzone zum Plaza San Martin, einem großen Platz mit der Statue eines berühmten Reiters in der Mitte.
Wir machten eine kurze Pause und recherchierten im Reiseführer die nächsten Zeile in Lima. Die Wahl viel dabei auf das Inquisitionsmuseum. Wir liefen also wieder ein gutes Stück zurück durch die Altstadt, nur um dann festzustellen, dass das Museum zu dieser Zeit wegen Renovierung geschlossen war… Mist.
Daraufhin entschlossen wir uns wegen fortgeschrittener Stunden zurück nach Miraflores zu fahren und dort noch etwas den Küstenabschnitt zu erkunden… Das gestaltete sich allerdings schwieriger als erwartet. Wir hielten mehrere Taxies an, aber keines davon wollte uns bis nach Miraflores fahren. Ohne groß eine Wahl zu haben entschlossen wir uns also, irgendwie den Bus zu nehmen.
Diesmal hatten wir mehr Glück. Wir fanden einen netten Mann, der uns half, die richtige Station zu finden und der uns sagte, mit welchem Bus wir bis wohin fahren mussten… Gesagt getan und einige Zeit später trafen wir wohlbehalten wieder in Miraflores ein.
Vom großen, in den Klippen gebauten Shoppingcenter LarcoMar aus liefen wir den Malecon entlang. Der Weg führte erhoben auf den Klippen am Meer entlang, mit einem schönen Blick auf den Strand… und auf die sechsspurige Stadtautobahn, die zwischen Strand und Klippen verläuft… Trotzdem genossen wir die Aussicht und die schönen kleinen Parks und letztendlich stießen wir auf den Parque del Amor.
Von dort aus ging es dann wieder weiter ins Stadtinnere von Miraflores zu den beiden Parks Parque Kennedy und Parque Central. Das uns dort angebotene Koks lehnten wir dankend und wir holten uns lieber zur abendlichen Vorspeise eine lecker aussehendes Etwas. Unter den Augend dutzender Neider aßen wir den Snack in Ruhe auf, bevor wir in die Straße „Berlin“ zum Abendessen weiterzogen.
So neigte sich dann auch schon wieder ein langer Tag in Lima dem Ende und wir liefen schnell zurück zum AirBnB, denn am nächsten Tag sollte schon früh ein sehr langer und anstregender Reisetag starten.