Unser Weg durch Kolumbien führte uns als nächstes nach Medellin. In Europa ist Medellin wahrscheinlich hauptsächlich bekannt durch das Medellin-Kartel und Pablo Escobar, die in den 80er Jahren die Kokainherstellung im großen Stil entwickelten und ca. 80% des weltweiten Kokainhandels kontrollierten. Seit dem Tod Escobars befindet sich die Stadt aber im Wandel und wurde 2012 vom Wall Street Journal zur innovativsten Stadt der Welt gewählt.
Heute ist Medellin mit knapp 3,7 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Metropolregion hinter Bogotà. Sie trägt auf Grund des Klimas auch den Beinamen: „Stadt des ewigen Frühlings“.
Wir hatten mal wieder das zweifelhafte Glück, dass bei uns alles eher auf „Stadt des ewigen Hochsommers“ hindeutete und so wurden wir schon früh morgens auf unserem Weg zur Cerro Nutibara geschmort. Von dieser Erhöhung aus hatten wir aber dafür einen wunderschönen Blick über die Stadt. Neben einer Aussichtsplattform gab es hier noch eine kleine Rekonstruktion eines antioquianischen kleinen Städtchens namens Pueblito Paisa.
Weiter ging es durch die sengende Hitze durch trostlose, heruntergekommene Straßen zum Plazadeta de las Esculturas. Beim Kampf um eine Bank im Schatten mussten wir uns leider geschlagen geben uns so gab es erst mal eine kleine Rast auf dem Bordstein, bevor wir uns die 23 großen Bronzestatuen des Künstlers Fernando Botero ansahen.
Urplötzlich wechselte das Wetter und es begann zu regnen. Zuflucht fanden wir im Eingang des Museo de Antioquia. Nach ein paar Minuten hörte der Regen dann schon wieder auf und wir gingen hinüber zum Monumento National. Leider waren alle Türen verschlossen, daher konnten wir uns das basilikaähnlich aussehende Gebäude nur von außen betrachten.
Auch der Versuch die Ermita de la Veracruz und die Basilica de la Candelaria zu besuchen, scheitert an verschlossenen Pforten.
Nach einem kleinen Bratkartoffel-Snack am Straßenstand ( YEAH, endlich Kartoffeln!) fuhren wir mit dem Uber zur Talstation des MetroCable. Mit der Gondelbahn ging es dann hoch hinaus über die Dächer von Medellin. Je weiter sich die Gondel aus dem Zentrum entfernte, desto ärmlicher wurden die Gegenden. Am Rande der Stadt waren dann fast nur noch die Slums zu sehen. Nichts desto trotz hatten wir von ganz oben einen wirklich tollen Blick über die Stadt.
Dekadent ging es dann am nächsten Tag mit dem Flug weiter nach Santa Marta… das Ticket war günstig, der Hintern tat weh, so führte Eins zum Anderen und die Karibikküste hatte uns wieder. Den Nachmittag nutzen wir dann noch, um etwas die Stadt zu besichtigen, aber es zeigte sich uns das Bild, dass uns schon vorher viele erzählt hatten. Santa Marta wirkte etwas heruntergekommen und ist eher ein Ort für die Durchreise. Der Strand lag neben dem Containerhafen und an der Promenade roch es nach Müll.
Daher ging es für uns am nächsten Tag direkt weiter zu einem Tagesausflug in den Dschungel von Minca. Das kleine Dorf selbst ist auch nicht wirklich schön, aber es sollte auch nur der Ausgangspunkt für eine Tageswanderung in den Dschungel sein. Zuerst ging es dann zum Pozo Azul, einem schönen kleinen Wasserfall, in dessen Bachlauf man sich angeblich schön tummeln und abkühlen kann… Das wäre rein theoretisch vielleicht sogar möglich gewesen, wenn wir noch einen Platz zwischen all den Touristen gefunden hätten…
Es hielt uns also nur kurz an diesem Ort, bis wir wieder weiter zogen. Ziel war der Bio-Ökemöke-Saftschuppen von einem deutsch-polnischen Auswandererpaar, bei dem ich unangebracht einen Frappucchino trank, aber zumindest Danni einen Bio-Heimanbau-Saft hatte. Bei der Trinkpause wurde uns dann auch direkt vom Wirt ein Rundweg empfohlen, den man gut in den nächsten 5 Stunden laufen können sollte. Verlaufen sei quasi unmöglich und beim Abstieg sei Minca die ganze Zeit zu sehen.
…. Ich sags mal vorsichtig so… vertraut niemals wohlbeleibten älteren Herren, die euch irgendwo im Nirgendwo irgendetwas von irgendwelchen Treks und deren Dauer erzählen. Nach stundenlangem Herumirren (natürlich immer nur bergauf) trafen wir auf ein anderes deutsches Pärchen, dass verloren im Dschungel nach dem rechten Pfade suchte. Mit etwas Hilfe von einheimischen Bergbewohnern konnten wir schließlich den richtigen Weg finden und machten uns gemeinsam auf den Abstieg. Minca konnten wir die ganze Zeit nicht sehen, bis wir nach einer Biegung quasi gegen das erste Haus liefen. Auch sonst war die Aussicht vom Berg leider auf Grund der Wetterbedingungen eher bescheiden.
Am Ende waren wir zumindest froh mit Einbruch der Dunkelheit das Dorf wieder erreicht zu haben und uns zurück in unser gemütliches Hotel kutschieren zu lassen.