Weiter ging es von Bogota aus in Richtung Norden. Morgens schnappten wir uns mal wieder ein Uber und fuhren damit zum riesigen Busbahnhof von Bogota. Von da aus buchten wir uns den nächsten Minibus nach Villa de Leyva, etwa 3 bis 4,5 Stunden von Bogota entfernt.
Villa de Leyva wurde uns schon im Vorfeld empfohlen. Es ist eine kleines Kolonialstädtchen aus dem 16 Jahrhundert, was über die Zeit gut erhalten wurde und daher auch 1954 als ’nationales Monument‘ deklariert wurde. Die Besichtigung der Stadt hoben wir uns allerdings als Belohnung auf und starteten am nächsten Tag erstmal den anstregenden Part dieser Station.
Um 7 Uhr morgens (sieben in Worten!) fuhren wir mit dem ersten Bus in ein kleines Dörfchen, 3km unterhalb des Nationalparks Santuario de Iguaque. Von dort aus ging es dann zu Fuß weiter die 3km den Berg hinauf. Wir kamen schon leicht ins Schwitzen, bis wir endlich die Eingangshäuschen des Nationalparks sahen. Wir entrichteten den Eintritt und stiefelten dann guter Dinge los.
Schon nach wenigen Metern merkten wir, worauf wir uns an diesem Tag eingelassen hatten. Glitschige Steine, matschiger Grund und glatte Wurzeln machten den Hauptanteil des Weges aus. Hunterte Höhenmeter stiegen wir langsam aber stetig bergauf, bis wir die Baumgrenze hinter uns ließen. Von hier an wurde es dann richtig schön steil… yeah. Wenigstes war es dafür aber nicht mehr glatt, weil die Steine in der heißen Sonne getrocknet wurden.
Knapp vier Stunden nachdem uns der Bus im Dorf abgesetzt hatte erreichten wir dann endlich das Plateau des Berges, auf dem sich die Laguna de Iguaque befindet. Laut den Muiscas, den Ureinwohnern der Region, ist dies die Geburtsstätte der Menschheit. Die wunderschöne Göttin Bachué stieg aus dem See mit einem Knaben auf dem Arm…. Viele Jahre später, das Eine führte zum Anderen… Tadaa… Menschheit.
Viel Zeit zum Ausruhen und Genießen blieb uns oben allerdings nicht, denn in vier Stunden sollte schon wieder unten im Dorf der letzte Bus nach Villa de Leyva fahren. Also machten wir uns an den Abstieg und kamen glücklicherweise, wenn auch völligst erschöpft, 20 Minuten vor dem Bus an der Haltestelle an. Insgesammt haben wir an diesem Tag über 15km Wegstrecke und über 1300 Höhenmeter hoch und wieder runter zurückgelegt… Am Abend fielen wir nur noch erschöpft ins Bett…
Den nächsten Vormittag haben wir dann genutzt, um die Stadt zu erkunden. Und auch wenn sie nicht sehr groß ist, so gehört ihr Marktplatz, der Plaza Mayor, zu den größten Südamerikas (die anderen müssen echt klein sein…). Ansonsten streiften wir ziellos durch die Gegend und genossen das Ambiente und das ruhige Leben in der Kolonialstadt.
Am Nachmittag ging es dann schon wieder zur Busstation und von dort aus zurück nach Bogota. Leider ließ sich keine gescheite Weiterreise planen da ohne einen Stop-Over in Bogota.
Wir kamen dort also spät abends an, hatten eine kurze Nacht in einem AirBnB und fuhren dann am nächsten Morgen gleich weiter nach Manizales. Da diese Busfahrt mal wieder knackige 10 Stunden dauerte, war dieser Tag gleich auch für die Füße… oder eher für das Sitzfleisch.
Dafür hatten wir dann für den nächsten Tag ein kleines Schmankerl geplant. Gegen 9 Uhr morgens ließen wir uns von einem Fahrer abholen und fuhren zur Hacienda Venecia. Dort begann unsere Kaffee-Tour. Manizales gehört zu den großen und bekannten Kaffeeregionen in Kolumbien und die Hacienda Venecia ist eine große Kaffeeplantage. Begrüßt wurden wir mit einem leckeren, frischen Espresso. Dann ging es direkt los mit einer kleinen Erklärrunde zum Thema Kaffee. Außer uns nahm nur noch ein Holländer an der Tour teil, mit dem wir uns sehr gut verstanden. Durch diese kleine Gruppenkonstellation saßen wir sehr angenehm im kleinen Kreis zusammen und der Guide ging auf alle unsere Fragen detailliert ein und wusste wirklich auf die absurdesten Fragen eine fundierte Antwort. Er erklärte uns alles zum Thema Anbau, Ernte, Produktion, Röstung, Aromen, Export, etc. Der Guide war wahrlich ein echter Glücksfall.
Anschließend gibt’s noch eine schmackhafte Tasse Kaffee und dann geht es los auf einen Rundgang durch die Plantage und die Fertigungs- und Trocknungsanlagen. Danach bekommen wir gezeigt, wie Kaffe geröstet wird und welche Aromen durch welche Röstung angenommen werden.
Anschließend geht es dann zum Haupthaus zurück, wo uns ein super leckeres Mittagessen serviert wurde: eine typische kolumbianische Kartoffelsuppe. Nach dem Essen verabschieden wir uns und machen uns selbständig auf den Weg zurück in die Stadt.
Von der Hauptstraße sollten angeblich in regelmäßigen Abständen Busse und shared Jeeps zurück in die Stadt fahren… Leider kam kein Bus und die Jeeps waren alle schon voll und hielten nicht an. Nach einer halben Stunde hatte dann endlich ein netter kolumbianischer Senor Mitleid und nahm uns und eine andere wartende Frau in seinem Auto mit zurück in die Stadt… puh, mal wieder mega Glück gehabt.
Den Rest des Tages verbrachten wir dann mal wieder auf Erkundungstour durch die Stadt Manizales. Der Regen trieb uns allerdings früher als geplant zurück ins Hostel.