Früh morgens begaben wir uns zum Flughafen, um von Panamá nach Bogotá zu fliegen. Da wir uns für den günstigsten Flug entschieden hatten, flogen wir vom kleineren internationalen Flughafen ab, dem Panamá Pacifico International Airport, der in dem Vorort Balboa gelegen ist. Was kleiner bedeutet wurde uns dann erst bewusst, als wir mit unserem Uber dort eintrafen.
Als wir die Eingangshalle betraten, die etwa die größe einer Sporthalle hatte, sahen wir vor uns vier Schalter (zwei für jede Airline, die den Flughafen anfliegt…) und ein paar Stühle zum Warten. Die Leute, die in Daunenjacken bei 35°C Außentemperatur auf den Stühlen warteten, waren wohl nicht zum ersten Mal hier… Wie uns schnell bewusst wurde, war das Einzige, was leistungstechnisch mit einem großen Flughafen mithalten konnte, die Klimaanlage.Bei gefühlter Kühlschranktemperatur warteten wir doch recht lange an der kurzen Schlange unserer Flugschalters, bis wir einchecken und unser Gepäck aufgeben konnten. Nach dem Wiegen wurde das Gepäck dann per Hand weggetragen, Fließbänder gab es hier nicht. Durch das Fenster konnte man das Flugzeug schon auf dem Rollfeld sehen… als einziges Flugzeug. Während wir warteten, wärmten wir uns noch mit einem Kaffee und dann ging es los nach Bogotá.
Dort angekommen nahmen wir uns wieder ein Uber vom Flughafen zu unserer AirBnB Unterkunft. Da Uber in Kolumbien nicht so wirklich legal ist, wollen die Fahrer immer, dass ein Fahrgast vorne sitzt, damit sie nicht aussehen, als wären sie ein Taxi… da wir ja quasi wie Einheimische aussehen, war das wirklich sinnvoll…
Naja, an dem ersten Nachmittag haben wir dann nicht mehr viel gemacht, außer durchs ominöse Gegenden zu laufen auf der Suche nach einem englischen Reiseführer von Kolumbien… leider war es unmöglich einen Buchladen zu finden oder irgendjemanden, der eine Ahnung hatte, wo man so etwas finden könnte. Am Abend gabs dann noch den ekligsten Burger der Welt (soweit wir das bisher beurteilen können) und dann gings ins Bett.
Am nächsten Morgen waren wir mit Lorenz (einem Kumpel aus Darmstadt) verabredet. Wir brachen also nach dem Ausschlafen auf und fuhren mit einem Uber zu der neuen Wohnung von Lorenz, die er für die nächsten zwei Jahre in Bogotá bezieht. Nach längerem Gequatsche und hilfreichen Tipps seinerseits gingen wir dann gemeinsam los die Gegend erkunden.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen fuhren Danni und ich dann wieder mit einem Uber zurück in die Innenstadt noch mal nach einen Buchladen Ausschau halten (wir hatten ein paar Tipps aus dem Internet erhalten)… aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen war unsere Uber Rechnung in letzter Zeit leicht erhöht…
Wir durchstöberten also das historische Viertel La Candelaria (das Touristenviertel) nach einem Buchladen… erneut erfolglos… Will denn niemand in Bogotá lesen oder verreisen?
Als zumindest schönen Abschluss des Tages entschlossen wir uns dann mit der Seilbahn auf den Monserrate, den Hausberg von Bogotá, zu fahren, von wo aus man einen wundervollen Blick über die Stadt haben sollte. Wir liefen also von der Innenstadt in Richtung Talstation und kamen auf dem Weg zufällig an einem riesigen Buchladen vorbei… geschlossen… „“(§/%“§!=(@&“%
Trotz des kleinen Dämpfers, den uns das Schicksal noch mitgegeben hatte, fuhren wir guter Dinge auf den Monserrate und hatten einen wirklich fantastischen Blick über die knapp 8 Millionen Einwohner umfassende Hauptstadt von Kolumbien.
Am nächsten Morgen gingen wir dann als Erstes nochmal zu dem riesigen Buchladen… Sonntag… geschlossen… „§$%//$/&%!@“%/ „)(&&“/(„§/$@“§$“/§&?=$…
Auf dem Weg zu unserem ersten geplanten Ziel stießen wir dann auf das, was wir nicht mehr für möglich gehalten hatten… erneut einen Buchladen… und er war offen. Und dann geschah das Unmögliche… er hatte tatsächlich einen Lonely Planet von Kolumbien… sogar auf Englisch! WOHOOOOOOOO!
Jetzt konnten die Besichtigungen endlich losgehen und wir wussten, wo es lang geht und was sich zu sehen lohnt. Das selbst gesetzt erste Ziel blieb natürlich bestehen und so kamen wir an den Plaza de Bolivar. In dessen Zentrum steht eine Statue des namengebenden Simón Bolivar.
Simón José Antonio de la Santísima Trinidad Bolívar Palacios y Blanco, wie er mit vollem Namen heißt, gilt als der einflussreichste und erfolgreichste Unabhängigskeitskämpfer Südamerikas. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts führte er in mehreren südamerikanischen Ländern, darunter Kolumbien, Peru, Venezuela, Panama und Ecuador Kämpfe gegen die spanischen Kolonialherrscher. Das Land Bolivien wurde sogar nach ihm benannt.
Auf dem Platz befanden sich sonst noch das Rathaus, die Primatialkirche von Kolumbien, das Nationalkapital und der Justizpalast… und Tausende von Menschen, die Mais für die Tauben verkauften.
Weiter ging es dann zur Museumskirche Santa Clara. In dieser architektonisch eindrucksvollen kleinen Kirche befinden sich die Bildnisse von über 80 Heiligen. Das ehemalige angehörige Kloster, das inzwischen zerstört ist, wurde von Clara von Assisi gegründet.
Anschließen wurde erstmal etwas durch die Stadt gebummelt mit dem groben Ziel Goldmuseum… dabei haben wir dann auch zwei alte Bekannte vom Walk of Fame wiedergetroffen…
Das Goldmuseum hat die weltweit größte Sammlung präkolumbischer Goldstücke. Über 35.000 Fundstücke befinden sich in der Ausstellung auf 4 Stockwerken. Neben der Ausstellung gab es auch Filmchen und Erklärungen, wie damals das Gold bearbeitet und der Schmuck gegossen wurde.
Nach anstregenden Stunden im Museum gab es dann nach einer erneuten kurzen Bummelei zur Belohnung und zum Abschluss des aktiven Tagesteils ein sehr leckeres Stückchen Kuchen und einen leckeren Kaffee in einem kleinen gemütlichen Straßencafé.