Unser nächster Stopp auf der Weltkarte führte uns wieder in equatornähere Gefilde. Über Santo Domingo, der Hauptstadt der Dominikanischen Republik, ging es nach Casta Rica, genauer gesagt nach San José. San José ist sowohl Hauptstadt als auch mit 340.000 Einwohnern größte Stadt des Landes.
Nachdem wir schon um 4 Uhr morgens am Flaghafen gelandet waren, ließen wir uns erst mal völlig übermüdet von einem Uber zu unserem Hotel fahren (nachdem wir nachgelesen hatten, ob Uber-fahren in Costa Rica sicher ist). Noch schnell zwei Flaschen Wasser gekauft und dann direkt ins Bett gefallen. Eigentlich sollte man ja gegen den Jetlag eher wach bleiben, aber wir hatten es einfach nicht länger ausgehalten…
Nach dem Nickerchen ging es dann auf einen Rundgang durch die Stadt. Unsere nette Hotelbetreiberin gab uns noch eine Karte mit und markierte, welche Gebiete der Stadt wir besser meiden sollten… sehr vertrauenserweckend. Zu unserem Glück dürfen wir das Gebiet um unser Hotel betreten und die meisten Sehenswürdigkeiten liegen auch noch in der Nähe.
Durch verschiedene kleine Parks ging es vorbei an Kolonialbauten einer typisch vollgestopften Markthalle und dem Nationalmuseum. Als wir die Cathedral Metropolitana und die Iglesia de la Merced betrachteten, fing es schon so langsam an zu regnen. Wir machten trotzdem noch den kleinen Umweg über das Nationalmuseum und kamen so direkt hinein in unseren ersten karibischen Wolkenbruch…. sagen wir es so… die letzen Meter zum Hotel mussten wir schwimmen…
Am nächsten Morgen ist dann direkt wieder Aufbruchsstimmung, denn in San José gibt es ausser dem bereits Gesehenen nicht mehr so viel mehr Interessantes zu erkunden… und außerdem ist Abflug ja auch wieder von hier. Mit einer Kombination von Bus und Boot geht es nach Tortuguero… naja und mit Taxi, denn das Busbahnhofsviertel ist eines der Viertel, die man nicht betreten soll…
Tortuguero ist eine Landzunge an der Karibikküste und ist nur mit dem Boot erreichbar. Autos gibt es dort keine. Braucht man aber auch nicht, denn alles ist dort fußläufig gut zu erreichen. Bill, unser AirBnB Host, holt uns am Steg in Tortuguero ab und bringt uns zu unserer Cabina direkt am Strand. Bill ist ein Aussteiger aus Bosten, der hier sein Glück gefunden hat und uns mit vielen Tipps und Ideen weiter half.
Am ersten Tag entschließen wir uns erst mal nichts zu tun und den Tag bei einem frischen Saft ganz ruhig angehen zu lassen. Außerdem schaffen wir endlich das, was das ganze Jahr noch nicht geklappt hatte. Wir packen unsere Hamaka Hängematten aus…
Auf Bills anraten hin gingen wir früh ins Bett und ließen uns um 4 Uhr morgens aus dem Bett weckern. Es war Schildkröten Zeit! Tortuguero ist ein berühmter Nistplatz von verschiedenen Wasserschildkrötenarten und deswegen machten wir uns mitten in der Nacht auf den Weg eine von ihnen zu suchen. Als Fährtensucher waren wir einsame Spitze, doch leider kamen wir doch zu Spät um noch einen von den Flitzern zu erwischen. Was uns blieb, war ein Sonnenaufgang in der Karibik…
Da das Ganze doch sehr anstregend war, ruhten wir uns darauf hin erst mal wieder ein paar Stunden in den Hängematten aus. Dann gab es wieder mal ein Säftchen und auf dem Rückweg aus der Stadt entdeckten wir ein Fußballspiel an dem Ackerplatz am Strand. Die Spieler waren so zwischen 15 und 50 Jahren alt, der Schiedsrichter etwa 10…
Da wir beim Zugucken schon ins Schwitzen kamen, legten wir uns für den Rest des Tages lieber wieder in die Hängematten…
Am nächsten Tag sollte es dann etwas aktiver werden. Zusammen mit unserem Guide Luiz und ein paar anderen Touristen fuhren wir mit dem Kanu über den Tortuguero River in den Tortuguero Nationalpark. Der Nationalpark darf nicht betreten werden und kann somit nur von dem Wasser aus betrachtet werden. Dank Luiz‘ trainierten Adleraugen bekommen wir einiges an Wildlife geboten und lernen auch noch das ein oder andere dazu. Ohne ihn hätten wir sicher nur einen Bruchteil der ganzen getarnten Tiere entdeckt.
Nach der Tour machten wir dann erst mal eine kleine Pause in unseren Hängematten… die Tour startete schließlich schon wieder um 6 Uhr… Um die Mittagszeit machten wir uns dann auf den Dschungel auf unserer Seite des Tortuguero Rivers zu Fuß zu erkunden. Diesmal zwar ohne die Augen von Luiz, aber dennoch haben wir das ein oder andere Tier vor die Linse bekommen. Besonders Highlight war der Tukan, der bereitwillig vor der Kamera posierte. Am Ende des Pfades stießen wir auf das Skelett einer Schildkröte, die angeblich von einem Jaguar getötet wurde.
Nach einer kurzen Pause beim frisch gepressten Saft ging es dann bei Einbruch der Dunkelheit wieder auf Schildkrötensuche. Der Strand von Tortuguero ist von 6 Uhr abends bis 6 Uhr morgens für die Öffentlichkeit gesperrt, um die eierlegenden Schildkröten nicht zu stören. Daher dürfen zu dieser Zeit nur geführte Touren an den Strand. Wir machen uns also wieder mit Luiz auf den Weg und maschieren durch den Dschungel zu einem Warteposten. Von hier werden die geführten Touren von Schildkrötenwächtern abgeholt, wenn sie eine geeignete Schildkröte zum Bewundern gefunden haben. Wir hatten viel Glück und wurden sehr schnell abgeholt und zum Strand geführt.
Als erstes sahen wir eine Schildkröte, wie sie sich vom Strand zurück ins Meer bewegte. Anschließen wurden wir zu einer Schildkröte geführt, die gerade bei der Eiablage war und wir konnten sehen, wie sie ihre Eier in den Sand legte und verbuddelte. Währenddessen kamen in unmittelbarer Nähre direkt zwei weitere Schildkröten aus dem Wasser und liefen den Strand hinauf. Ein wirklich außergewöhnlicher und schöner Anblick und Augenblick.
Zum Pech für euch und zum Schutz der Schildkröten war das Fotographieren der Schildkröten verboten. Die eventuelle Blitze der Kameras hätten die Tiere gestört und dadurch ihre Eiablage unterbrochen werden können.
Am nächsten Tag ging es dann weiter zur nächsten Station. Mit dem Boot fuhren wir den Tortuguero River hinab nach Cahuita (ok, das letzte Stück mit dem Minivan). Während der Bootsfahrt blieb unser Kapitän ab und zu stehen und zeigte uns das ein oder andere Tier, das er auf der Fahrt entdeckt hatte. Als Highlight waren zwei schlafende (was auch sonst) Faultiere dabei.
Nachdem wir endlich am nächsten Tag mal ausschlafen konnten, gingen wir am späten Nachmittag durch den Cahuita Nationalpark. Fleißig wie wir waren machten wir den kompletten 10km Trek, einmal durch den gesamten Park am Strand entlang. Neben einem wunderschönen karibischen Sandstrand und einem tollen Dschungel, gab es auch wieder jede Menge Wildlife zu sehen. Wir hatten extrem viel Glück und sahen ein Faultier, das vor uns auf dem Boden saß und dann einen Baum hinauf kletterte. Später sahen wir noch einen Nasenbären und jede Menge Waschbären die sich vor uns tummelten.
Für den zweiten Tag in Cahuita hatten wir mal wieder eine Aktivität gebucht. Es ging zu einer geführten (anders ist es nicht erlaubt) Schnorcheltour zur Korallenbucht von Cahuita. Neben den ganzen tollen Korallen konnten wir auch einiges Farbenfrohes aus der Fischwelt beobachten.
Am nächsten Tag hieß es dann schon wieder Abschied nehmen von der Karibikküste. Mit dem Bus wollten wir ins Landesinnere fahren… um 5 Uhr morgens. Die Busse fahren anscheinend immer so, dass sie recht früh in San Josè ankommen, um dort noch Anschlussfahrten zu erreichen…. Blöd für uns war nur, dass um 4:30 Uhr noch kein Taxifahrer aufstehen wollte, um uns zum Busbahnhof zu bringen. An der Karibikküste geht man das Leben lieber etwas langsamer an… Also stiefelten wir nachts um 4:30 Uhr mit all unserem Gepäck die drei Kilometer bis zum Busbahnhof durch die Dunkelheit… yeah.