Fog City

Entlang eines weiteren wunderschönen Streckenabschnitt des Highway 101 ging es am nächsten Morgen Richtung Süden. Je weiter wir in Californien hinab fuhren, desto heißer wurde es. Das Gras wurde immer gelblicher und die Klimaanlage immer höher gestellt.

Den ganzen Vormittag und Mittag hinüber fuhren wir den Highway hinab und kamen dabei unserem Ziel langsam aber stetig näher.

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Von Norden aus näherten wir uns der dem Golden Gate, der Meerenge, die den Pazifischen Ozean mit der Bucht von San Francisco verbindet. Der Name Golden Gate kommt aus der Zeit des Goldrausches, als viele Goldsucher durch eben diese Bucht nach San Francisco kamen, um ihr Glück beim Schürfen zu versuchen.

Über diese Meerenge spannt sich das Wahrzeichen der Stadt, die Golden Gate Bridge… Als wir nach stundenlanger Fahrt endlich die Bay Area erreichten zeigte sich die Brücken von ihrer unhöflichen Seite… oder eher gar nicht. Karl, so wir übrigens der Nebel aus der Bay Area genannt (er hat sogar einen Twitter-Account), machte sich in der gesamten Bucht breit. Vom unserem Aussichtspunkt aus konnten wir teilweise nur erahnen, wo sich die Brücke befinden musste. Hinzu kamen so starke Böen, dass es schon schwierig war geradeaus zu laufen.

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Für den Spottpreis von 7,5$ Maut überquerten wir dann die Brücke mit dem Auto und landeten automatisch auf der berühmten Lombard Street. Vorbei am Palace of Fine Arts ging es zum entscheidenten Abschnitt der Lombard Street… im Schritttempo. Die Straße zählt als die kurvenreichste Straße der Welt, was sie dem Abschnitt zwischen der Hyde Street und der Leavenworth Street den Russian Hill hinunter zu verdanken hat. Die Straße ist an dieser Stelle so steil, dass sie in Serpentinenform den Berg hinab führt… Da anscheinend auch tausende andere Touristen die Straße befahren wollten, brauchten wir für die letzten drei Blocks vorher knappe 1,5 Stunden…

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Den Abend ließen wir dann noch ausklingen mit einem kleinen Spaziergang durch die Fisherman’s Wharf. Das Hafengebiet ist die Flaniermeile für alle Touristen der Stadt und so ist es wenig verwunderlich, dass sich hier ein Souvenierladen an den nächsten reiht und Straßenkünstler ihre Shows am Abend zum Besten geben.

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Danach ging es dann raus aus der Bay Area denn bei unserem Budget war eine Unterkunft in der Stadt nicht wirklich finanzierbar und so fuhren wir gen Osten nach Oakland. Oakland liegt direkt am anderen Ende der Bucht und es ist nur eine Fahrt von 10-15 Minuten, bis man in San Francisco ist.

Da uns allerdings am Vortag Karl einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte, entschlossen wir uns nicht direkt nach San Francisco zu fahren, sondern die Bucht nördlich zu umfahren, um uns dem Golden Gate wieder von Norden aus zu nähern. Es ging also vorbei an dem berühmt und berüchtigten Staatsgefängnis für Schwerverbrecher St. Quentin (auch bekannt aus Musikvideos von Metallica und Johnny Cash) zurück zu unserem Aussichtspunkt vor der Golden Gate Bridge.

Und dieses Mal hatten wir verdammtes Glück. Karl wartete weit draußen vor der Bucht und in der gesamten Bay Area strahlte die Sonne. Zu diesem Zeitpunkt merkten wir dann auch, dass man von unserem Aussichtspunkt nicht nur einen fantastischen Ausblick auf die Brücke hat, sonder auch auf Alcatraz, der Gefängnisinsel.

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Wieder vorbei am Palace of Fine Arts ging es dann weiter Richtung Hafenviertel. Im Internet hatten wir eine Stelle entdeckt, an der man kostenlos Parken durfte und von der aus es nicht zu weit zu den Sehenswürdigkeit war… eine Seltenheit in San Francisco. Die Stadt ist berüchtigt für ihre hohen Parkgebühren und Parkplätze mit 14$ pro 40 Minuten Parkdauer sind keine Seltenheit.

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Wir gingen den Barbary Coast Trail entland vom Parkplatz in die Innenstadt. Vorbei am Fort Mason ging es zum Hyde Street Pier. Hier wurden einige alte Boote als Museum restauriert und wer das nötige Kleingeld hatte durfte sie auch von innen betrachten… hatten wir nicht.

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Weiter ging es dann erneut zur Fisherman’s Wharf, um sich den Hafen noch mal bei Tage anzusehen.

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Anschließend liefen wir ein gutes Stück bergauf zum Telegraph Hill, auf dem sich der Coit Tower befindet. Heute ist der Coit Tower ein Aussichtsturm, von dem aus man die Stadt und die Bucht gut überblicken kann. Früher war an dieser Stelle ein Ausguck und ein Fernmeldemast, mit dem angezeigt wurde, welche Schiffe in die Bucht einlaufen. Um den Aufstieg zum Telegraph Hill zu versüßen, wurden netterweise viele schöne viktorianische Gebäude auf dem Weg gebaut.

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Der nächste Plan war mit dem Cable Car zu fahren. Dazu wollten wir erst mal zur Starthaltestelle in der Innenstadt laufen und dann mit dem Cable Car zurück zur Fisherman’s Wharf fahren… Gesagt getan. Wir gingen quer durch Chinatown, legten einen Abkühlungsstop bei Macys und in der Cheesecake Factory ein (wow… hier gibt es Käsekuchenstücke mit über 1500kCal…) und gelangten am späten Nachmittag zum Startpunkt des Cable Cars. Da uns die Warteschlange unendlich lang erschien, liefen wir wieder zurück zur ersten Haltestelle bei Macys… und mussten dort trotzdem eine halbe Stunde warten, bevor wir endlich mit dem Cable Car fahren durften.

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Die Cable Car Linie „Powell & Market“ bringt uns schließlich an der Lobard Street vorbei zurück zur Hyde Street an der Fisherman’s Wharf. Von dort aus geht es zurück zum Auto und dann auf vier Rädern weiter zur Haight Street. Die Haight Steet ist im Westen der Stadt gelegen und bildet das Hippie Zentrum der Stadt. Viele bunte Läden, die allen möglichen skurielen Kram verkaufen, säumen die Straßen. Überall riecht es nach Marihuana und viele etwas abgebrochen aussehende Gestalten zieren den Weg.

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Zum Abschluss des Tages wollten wir noch einen kleinen Spaziergang durch den angrenzenden Golden State Park machen, bis uns auffällt, wie verdammt riesig dieser Park ist. Er erstreckt sich über 50 Blocks und ist somit mehr als 5 km lang… Wir nehmen also wieder das Auto und fahren damit zur Mitte des Parks, um dort eine kleine Runde um den zentralen See zu gehen, bevor wir am nächsten Tag San Francisco den Rücken wenden…

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