Vom Mailenstein 0 aus ging es also los nach Norden entlang dem Transcanadian Highway 1. Unser nächstes Ziel war Nanaimo, die zweitgrößte Stadt von Vancouver Island und der Endpunkt des Highway 1 auf der Insel. Fortgesetzt wird der Highway 1 auf dem Festland an der Anlegestelle der Fähre Nanaimo – Vancouver.
Useless Fact: Der Transcanadian Highway 1 ist die drittlängste Straße der Welt. Nur die Transsibirische Straße in Russland und der Highway 1 in Australien sind länger.
Zurück zum Thema … Auf dem Weg nach Nanaimo haben wir leider den größten Hockeyschläger der Welt verpasst (wie wir später erfahren haben), haben aber dafür eine schöne Dampflockomotive und jahunderte alte Steinzeichnungen der Ureinwohner besichtigt.
In Nanaimo selbst haben wir dann noch einen schönen Spaziergang an der Uferpromenade entlang gemacht und uns die aufgestellten Skulpturen und Statuen angeschaut … und natürlich auch die Marina.
Von unseren leicht stasinösen chinesischen AirBnB Hosts (es stand ständig jemand neben einen und man hat sich nicht getraut irgendetwas zu machen, weil man sich so überwacht vorkam…) hatten wir ein paar Tips bekommen, was wir uns am nächsten Tag so alles ansehen könnten.
Es ging also zuerst zu dem empfohlenen Long Lake, dem größten See in der Nanaimo-Gegend. Dort war aber gerade ein Kinder-Sommer-Camp und so viel los, dass wir direkt zum nächsten See aufgebrochen sind. Am Lake Westwood haben wir dann eine schöne kleine Wanderung um den See gemacht gehabt, bevor es anschließend weiter ging zum Mt. Benson. Der Aufstieg dort sah allerdings so unattraktiv aus, dass wir nach kurzer Zeit wieder umgekehrt sind und uns spontan eine Alternative gesucht haben…
Long story short… wir waren auf der Driving Range und auf dem Putting Green. In Kanada ist, wie auch in den USA, Golf ein Volkssport und kein Elitensport wie bei uns. Zu günstigen Preisen kann man hier die Golfplätze als Gast bespielen, die es zudem noch sehr viel häufiger gibt als bei uns.
Den Abend haben wir dann mit einem schönen Spaziergang bei Sonnenuntergang im Neck Point Park ausklingen lassen (auch von der Stasi empfohlen…).
Am nächsten Tag sind wir dann schon wieder zum nächsten Stop aufgebrochen. Eigentlich wollten wir nach Tofino, haben aber keine bezahlbare Unterkunft mehr bekommen, und so ging es hinauf nach Campbell River.
Auf dem Weg hielten wir an der Littel Mountain Road (Stasiempfehlung), von der aus man einen schönen Überblick über die Gegend bekommen hat. Danach ging es in den Englishman River Provincial Park zu einem kleinen Mittagsspaziergang (Stasiempfehlung).
Weiter ging es zu den Goats on the Roof in Coombs (Stasiempfehlung). Dieser kleine Spezialitäten-Laden hat ein Dach auf dem Gras wächst, auf dem Ziegen leben… der Name ist also Programm. Ansonsten besteht der Ort fast nur aus Trödelläden, die wirklich alles Vorstellbare und Unvorstellbare verkauft haben… unvorstellbar vor allem, wer dieses Zeug kaufen soll…
Danach ging es zum Kajakfahren in Comox Village (eigene Idee). Bei eintretender Ebbe sind wir mit unserem Kajak den Comox River hinaus in die Bucht vor Comox gefahren. Leider hatte uns allerdings keiner gesagt, dass bei Ebbe ein Großteil der Bucht trocken liegt. Auf dem Rückweg war dann die Ebbe schneller als wir und wir sind im wahrsten Sinne des Wortes gestrandet … wer sein Kajak liebt, der zieht… Da wir ja kluge Weltreisende sind, wurde uns dann aber schnell klar, dass bei so einer Ebbe zwar das Meer zurück geht, aber der Fluß ja noch irgendwo sein muss. Also ging es mit dem Kajak im Schlepptau daran, den Fluss in der Bucht zu finden… klingt komisch, ist aber so… und ist in einer so großen Bucht auch gar nicht so einfach.
Kurz vor unserem Ziel wurden wir dann wenigstens für unsere Mühen belohnt. Zuerst bekamen wir einen Seeadler ganz aus der Nähe zu sehen und dann auch noch drei Robben, die um das Boot herum im Wasser planschten… schneller als unsere Kamera…
Tags drauf fuhren wir zuerst in den Elk Falls Provincial Park, wo wir einen kleinen Morgenspaziergang zu den Wasserfällen machten.
Danach fuhren wir wieder abwärts Richtung Nanaimo. Auf dem Weg hielten wir zuerst am Mt. Washington. Dieser war allerdings so wolkenverhangen, dass wir, oben angekommen, sofort eine Kehrtwende gemacht haben und weiter gefahren sind. Wir haben dann noch an einigen weiteren Viewpoints halt gemacht und die Umgebung genossen.
Zwischendurch hatten wir noch auf einem kleinen Golfplatz halt gemacht, auf dem ich mit einem Querschläger fast unser erstes Todesopfer im Golfsport verursacht hätte… deswegen decken wir darüber lieber den Mantel des Schweigens.
Unser eigentliches Ziel an diesem Tag war aber der Sandskulpturen Wettbewerb von Parksville. Künstler aus aller Welt treten hier gegeneinander an, wer in drei Tage die schönste Sandskultur erstellen kann. Wir sind am dritten Tag dort eingetroffen, nachdem schon alle Arbeiten fertiggestellt waren und haben uns die Ergebnisse angeschaut.
Hier gibt es eine kleine Auswahl.
Im Anschluss sind wir dann wieder unserer neuen Leidenschaft nachgegangen und auf die Driving Range gefahren 🙂 Als Belohnung, dass wir diesmal alle Bälle in die richtige Richtung geschlagen haben gab es für jeden eine Nanaimo Bar, eine lokale Gebäckspezialität.
Am nächsten Tag hieß es dann für uns Abschied nehmen. Früh morgens schon stachen wir in See und fuhren mit der Fähre von Nanaimo aus nach Vancouver. Von dort aus setzten wir unsere Reise fort in ein Land voller Gegensätze…