Als nächste Station stand schon wieder Vancouver auf dem Programm. Leider hatten Christel und Hannes nur zwei Wochen in Kanada gehabt und so blieb uns nichts Anderes übrig, als wieder die Zivilisation anzusteuern. Wir ließen also den Jasper Nationalpark hinter uns und steuerten gen Westen.
Auf der Fahrt merkten wir, wie der Horizont im Nebel verschwand und nach und nach auch der Highway vom Dunst überzogen wurde. Nach einer langen Trockenperiode und Hitzewelle hatten die ersten Waldbrände British Columbia heimgesucht. Zwar konnten wir kein Feuer sehen, aber über hunderte Kilometer war der Rauch zu sehen und auch zu riechen. Ein Teil des Highways, den wir befahren haben, war auch wegen des Brandes geschlossen.
Für unseren letzten ganzen Tag in Vancouver hatten wir uns noch ein besonderes Schmankerl überlegt. Mit dem Boot ging es warm eingepackt vor die Küsten von Vancouver Island zum Whale Watching. Vielen Dank an Christel und Hannes noch mal für die Einladung zu diesem unvergesslichen Tag 🙂
Mit dem Boot ging es südlich von Vancouver im Hafen von Steveston / Richmond los. Zu erst ging es ein Stück den Fraser River entlang und dann hinaus in die Straße von Georgia (der Teil des Pazifischen Ozeans zwischen dem Kanadischen Festland und Vancouver Island).
Eigentlich waren ja die Wale die geplante Attraktion, aber schon auf dem Weg hinaus aufs Meer gab es Ungewöhliches zu beobachten. Denn an dieser Stelle ist die Küste auch die Heimat unzähliger Seeadler. Diese majestetisch aussehenden Vögel bieten mit Spannweiten von bis zu 1,8m einen beeindruckenden Anblick!
Nachdem wir die Küste verlassen hatten, ging es erstmal einige Zeit über das Meer, bis wir an der Küste von Vancouver Island auf eine Familie von Orcas stießen. Orcas, oder auch Schwertwale, werden im Durchschnitt 7 – 8m groß und leben in familiären Strukturen. Die Familie auf die wir gestoßen waren bestand aus einer Mutter, die liebevoll auf den Namen T49A hört und ihren Kindern: den Bullen T49A1 und seinen beiden Schwestern T49A2 und T49A3.
Nach all dem Fischgegucke waren wir natürlich sehr hungrig und so ging es dann erst mal zum Fischessen zum nächsten süßen Fish & Chips Restaurant (… wer sich jetzt gedacht hat, Wale sind keine Fische, ist ein Klugscheisser…)
Am nächsten Tag war dann der Abflugtag der beiden Besucher. Da der Flug schon am späten Mittag ging, haben wir uns für diesen Tag nicht mehr viel vorgenommen. Nach dem Packen unserer sieben Sachen ging es für einen Abschiedsspaziergang noch mal gemeinsam zum Queen Elisabeth Park in der Vancouver Innenstadt.
Danach ging es dann zum Flughafen, wo wir uns neben Christel und Hannes auch von Crawl the Warrior King verabschieden mussten. Die Zeit mit den dreien ging eindeutig zu schnell rum und wir hoffen, sie haben die Zeit ebenso genossen wie wir.
Zumindest über den Verlust von Crawl the Warrior King konnte uns Agatha (die Schwester von Agathe) hinwegtrösten. Dieser tolle kleine Flitzer sollte unser Gefährt für die nächste Woche werden und uns nach Vancouver Island begleiten.
So zogen wir mit Agatha direkt vom Flughafen frohen Mutes los, um die nächste Fähre auf die Insel zu erwischen.
Zielhafen auf Vancouver Island war Victoria. Wie viele wahrscheinlich nicht wissen, ist Victora die Hauptstadt von British Columbia und nicht Vancouver… was wahrscheinlich daran liegt, dass hier einfach schon eines der krassesten Regierungsgebäude stand, wie man später noch sehen wird.
Am nächsten Tag war unser ersten Ziel aber erstmal der Leuchtturm von Victoria. Genauer gesagt, das Fisgard Lighthouse mit angrenzendem ehemaligen Stützpunkt Fort Rodd Hill der Royal Navy Pacific Squadron. 1860 ging der Leuchtturm zum ersten Mal in Betrieb und er wurde bis 1929 von einem Wärter bedient. Anschließend wurde er automatisiert. Damit ist der Fisgard Leuchtturm der älteste Leuchtturm an der Westküste Kanadas.
Fort Rodd Hill wurde Ende des 19. Jhdt erbaut und galt als eine der wichtigsten Verteidigungsanlagen im Westen Kanadas. Zur Zeit der beiden Weltkriege wurde die Anlage jeweils mondernisiert und erweitert.
Am Ende dieses Tages passierte dann das, wovor wir uns schon seit Monaten gefürchtet hatten. Es musste die Entscheidung gefällt werden, ob unter diesen Umständen die Reise überhaupt fortgesetzt werden könne (letztendlich haben wir uns dafür entschieden)…. mein rechter Flip-Flop ist gerissen 🙁
Unser zweites Ziel war dann das bereits angekündigte Parlamentsgebäude. Ende des 19. Jhdt wurde das Gebäude erreichtet und ist seit dem der Regierungssitz von British Columbia. Es ist für Besucher geöffnet und nachdem man sich einer ausführlichen Sicherheitskontrolle unterzogen hat, darf man verschiedene historische Kunstwerke und die Geschichte des Parlaments und des Gebäudes betrachten.
Im Anschluss sind wir dann noch etwas durch die Innenstadt und die Hafenregion von Victoria gebummelt … und haben neue Flip-Flops geshoppt.
Tags darauf haben wir Victoria schon wieder wieder verlassen, um die Insel noch weiter erkunden zu können… aber nicht, ohne am Morgen noch den Beacon Hill Park und den Meilenstein 0 des Transcanadian Highway 1 zu besichtigen.
Am Meilenstein 0 sind wir dann zufällig auch auf eine Statue von Terry Fox gestoßen, der uns beiden bis dahin völlig unbekannt war. Terry Fox war ein kanadischer Leichtathlet, bei dem im Alter von 18 Jahren ein Knochensarkom diagnostiziert wurde. Ihm wurde darauf hin sein Bein überhalb des Knies amputiert.
Da er während seiner Zeit im Krankenhaus so viel Leid der anderen Patienten mit ansehen musste, entschloss er sich dazu, einen Spendenlauf zu starten, um Geld für die Krebsforschung zu sammeln. Sein Ziel war es, mit Hilfe einer Beinprotese durch Kanada zu laufen und dabei jeden Tag 42km zurück zu legen. Diese Aktion nannte er den ‚Marathon of Hope‘.
Am 12. April 1980 startete er unter geringer Beachtung der Öffentlichkeit seinen Lauf. Mit jedem Tag aber, den er den Lauf fortsetzte, stiegen die öffentliche Warnehmung auch die geleisteten Spenden. Am 1. September 1980, nachdem Terry Fox in 143 Tagen 5373 Kilometer gelaufen war, musste er seinen Lauf abbrechen, da seine Lungen zu stark vom Krebs befallen waren. Knapp ein Jahr später starb er an den Folgen seiner Krankheit.
Noch zu Lebzeiten wird Terry Fox mit der Order of Canada (dem höchsten zivilen Orden Kanadas) geehrt. Bis heute wird er als einer der größten Volkshelden des Landes verehrt. Mehrere
Da fehlt am Ende was ;(
Offenes Ende…