Von Phonsavan aus wollten wir weiter zur Nam Et – Phou Louey National Protected Area (im folgenden Text als Dschungel bezeichnet), um dort eine 24 Stunden Overnight Dschungel Safari zu machen. Dies sollte sich aber als deutlich schwerer als erwartet herausstellen. Denn obwohl Phonsavan die nächst größere Stadt am Dschungel ist, gibt es keinen Travel Agent, der den Dschungel Safari Anbieter kennt, geschweige denn einen Bus, der dort hin fährt.
Es kostete uns also alle Nerven und etwa 5 Telefonate mit dem Touranbieter, bis wir von einer Travelagency aus einen Bus gebucht hatten, der uns irgendwo im Nirgendwo an einer Kreuzung raus lässt und wir von dort aus vom einzigen Truck-Besitzer im Dschungeldorf eingesammelt werden. (Und das ist schon die stark verkürzte Fassung, denn in Wirklichkeit gibt es noch ein paar Akte mehr, aber die erzählen wir, wenn wir wieder da sind und sich unsere Aggressionen gelegt haben :))
Lange Rede kurzer Sinn, irgendwann sind wir am nächsten Tag in diesem kleinen Dorf im Dschungel eingetroffen und unsere Overnight Safari konnte beginnen.
Der Dschungel ist einer der letzten Orte in Indochina, an dem es noch freilebende Tiger gibt. Neben unzähligen Vogel und Echsenarten gibt es hier sonst noch viele verschiedene Klein- und Großkatzen und Sambahirsche. Zur Zeit wird versucht das Schutzgebiet des Parks noch weiter auszudehnen und die Bevölkerung für das nachhaltige Leben mit der Natur zu sensibilisieren. Nach wie vor gibt es noch einige Probleme mit Wilderern und daher gibt es viele Überwachungsstationen, von deinen aus im Dschungel patroulliert.
Unsere Tour startete mit einem kleinen Bericht über den Park und über die zukünftig angedachten Veränderungen. Danach gibt es einen kleinen Rundgang durch das Dorf, wo uns unter anderem die Gebetsstelle und das Versammlungshaus gezeigt wurden. DAußerdem durften wir den selbstgebrauten Reisschnaps probieren … kann man mal getrunken haben, muss man aber nicht.
Dann ging es los mit zwei Kanus den Flußlauf hinauf. In jedem Boot gab es für zwei Passagiere einen Bootsfahrer am Heck und einen Ausguck mit einem langen Bambusstab. Wofür er den brauchte wurde uns dann nach kurzem Stirnrunzeln schnell klar. Da es den Fluß stromaufwärts ging und es sehr viele Untiefen und Stromschnellen gab, benutzte der Ausguck den Bamsustab um uns die Stromschnellen aufwärts zu drücken oder uns schnell in irgend eine Richtung abzustoßen. Unsere erste wirklich nennenswerte Begegnung mit der Wildnis hatten wir dann in Form eines Kaiman, der uns im Wasser überholte… Schwimmweste zu tragen war für uns übrigens Pflicht (obwohl wir wahrscheinlich die einzigen drei waren, die schwimmen konnten). Der Fluss hatte allerdings eh maximal eine Tiefe von 20cm und ich hätte nicht mal ertrinken können, wenn ich im Flussbett auf dem Bauch liegend mit offenen Mund geschlafen hätte…
Nach etwa zwei Stunden kamen wir dann tief im Dschungel bei unserem Lager an. Hier gab es erstmal Mittagessen und wir konnten unsere Hütten für die Nacht beziehen. Danach ging es zu Fuß zur südlichen Überwachungsstation, bevor es mit den Booten weiter flussaufwärts zum Ausgangspunkt für die Nachttour ging und zum Abendessen-Spot.
Am Zielpunkt angekommen fing es dann leider erst langsam und dann richtig stark an zu regnen… die Regenzeit in Laos hat dieses Jahr besonders früh angefangen… yeah! Aber so ein Dschungel-Dorfbewohner weiß sich und uns natürlich zu helfen und so bauten sie in wenigen Minuten eine Hütte aus Bambusrohren und Bananenblättern. Da haben wir dann den Regen einfach ausgessen und uns anschließend bekochen lassen. Nach einem Abendessen im Sternenschein ging es dann auf zur Nachttour. Jeder bekam eine Stirnlampe und wir bestiegen wieder die Boote. Ohne Motor ließen wir uns leise den Fluss hinab gleiten und die Guides zeigten uns die Tiere in der Dunkelheit. Leider konten wir eher schlecht gute Bilder vom Boot aus machen, aber es war ein tolles Erlebnis. Wir haben sehr viele Echsen und schlafende Eistaucher gesehen, Zibetkatzen in den Bäumen und Sambahirsche im Wald…
Geschlafen wurde in der Bambushütte in Dschungel und am nächsten Morgen ging es dann mit dem Boot zurück ins Dorf. Dort wurden wir noch von Dorfbewohnerinnen mit selbstgewebten Tüchern beschenkt und dann wurden wir von dem Truck zurück zur Kreuzung gebracht, wo irgendwann der Bus kommen sollte… So saßen wir also an der Kreuzung herum, und kein Bus kam… Da wir uns fernab der üblichen Touristen-Route befanden, gab es leider auch in der Nähe keinen einzigen Menschen, der ein Wort Englich konnte und wir hatten es nicht geschafft herauszufinden, ob heute noch ein Bus kommt, oder ob er womöglich schon vorbei gefahren ist. Nach etwa drei Stunden warten kam dann ein Bus und wir hatten es gerade noch geschafft ihn davon zu überzeugen anzuhalten und uns mitzunehmen… letzendlich ein Happy End 🙂