Von Luang Prabang aus ging es weiter mit dem Bus nach Phonsavan, der Hauptstadt der Region Xieng Khouang. Eine Busfahrt in Laos bedeutet immmer gleich einen ganzen Tag unterwegs zu sein und um eine Randerfahrung reicher. Daher decken wir darüber lieber den Mantel des Schweigens und versuchen einfach zu vergessen 🙂
In Phonsavan angekommen hatten wir dann richtiges Glück mit unserem Guesthouse. David, der Besitzer, ein mit einer Laotin verheirateter Belgier, holte uns an der Bustation ab und brachte uns zu unserer etwas absseits gelegen Unterkunft. Später brachte er uns dann zum Abendessen wieder in die Innenstadt und bemühte sich alles zu unserer Zufriedenheit zu gestalten.
Bei einem Kumpel von David, einem laotischen Tourguide und Ausgrabungshelfer, buchten wir dann gleich eine Tour um am nächsten Tag eine der Top-Attraktionen des Landes zu sehen… die Ebene der Tonkrüge. Leider basiert der weitere Text von nun an auf Hörensagen, denn über Nacht sollte ich der Erste aus der Gruppe sein, den die Magen-Darm-Seuche erwischte (die anderen beiden folgten dann Tags darauf). Wie sich später herausstellte, waren Davids Frau und Kind wohl auch seit dieser Nacht krank und David auch tags darauf.
Sarah und Danni machten sich also am nächsten Tag alleine auf den Weg zu der Ebene der Tonkrüge. In Wirklichkeit gibt es über 20 Stellen an denen die Tonkrüge in Laos in der Nähe von Phonsavan gefunden wurden. Für die Öffentlichkeit geöffnet sind aber nur sieben und üblicherweise werden nur die beeindruckensten ersten drei besucht.
Da die Region im zweiten Indochinakrieg flächendecken von den Amerikanern bombadiert wurde, befinden sich hier noch überall Sprengkörper. Daher darf man sich auf dem Weg zu den Tonkrügen nur in speziell gekennzeichneten Gebieten aufhalten.
In der Realität sind diese Tonkrüge aus Stein, die Bezeichnung Ebene der Tonkrüge hat sich nur eingebürgert. Die Steinkrüge sind etwa 1500 bis 2000 Jahre alt und ihre Herkunft ist nicht vollständig geklärt. Forscher gehen davon aus, dass es sich bei den verschiedenen Sammelstellen von Tonkrügen um Familiengräber handelt, denn innerhalb der riesen Gefäße wurden auch menschliche Überreste gefunden.
Eine andere Legende besagt, dass die Steinkrüge die Trinkgefäße von Riesen waren, die auf der Ebene Reisschnaps getrunken haben… klingt irgendwie nach mehr Spaß 🙂
Nach der Besichtigung der Tonkrüge ging es für die beiden weiter in ein nahegelegenes kleines Dorf. In diesem Dorf werden, wie an vielen anderen Stellen auch, die entschärften Bomben und Mienen recycled und zu Schmuck und anderen Dingen verarbeitet. In diesem Dorf werden zum Beispiel unter Anderem kleine Figuren aus dem Aluminium gegossen und Danni und Sarah dürfen sich auch selbst einmal daran versuchen und eine kleine Schildkröte gießen.
Momentan wird erwägt, die Ebene der Tonkrüge in die Liste der UNESCO Welterben aufzunehmen. Irgendwie gehen alle schon fest davon aus, dass es bald geschieht und die Stadt ist dadurch groß im Kommen und dabei, sich für den Tourismus zu wappnen. Viele Baustellen und Neubauten zeigen eine deutliche Veränderung der Stadt. In ein paar Jahren wird es hier sicher deutlich anders aussehen.