Nachdem wir bei der Flugbuchung mal wieder mehr aufs Geld als auf den Komfort geschaut haben, hieß es für uns von Nepal nach Vietnam über Kuala Lumpur. Nachdem wir etwa eine Stunde Verzögerung hatten, starteten wir gegen 22:30 Uhr endlich in Kathmandu. Ankunft war dann nach knapp 5h Flug um 5 Uhr in Kuala Lumpur. Nach drei Stunden warten im Transitbereich ging es gegen 8 Uhr weiter nach Vietnam, wo wir gegen 9:30 Uhr in Ho-Chi-Minh-City landeten.
Vom Flughafen aus fuhren wir direkt zur AirBnB Unterkunft, wo wir einen Großteil des Tages schlafenderweise verbrachten. Am Abend wurde dann die Stadt auf der Suche nach Nahrung erkundet. Bei der Gelegenheit wurde auch direkt für den nächsten Tag eine Tour zu den Cu Chi Tunneln gebucht.
Da die Vietnamesen zum Glück wohl nicht so die Frühaufsteher sind (was ein paar Tage später leider direkt wiederlegt wurde), startete die gebuchte Tour zu einer recht humanen Stunden. Ausgeschlafen warteten wir also auf den Minibus, der uns abholen sollte und mit nur einer halben Stunde Verzögerung ging es los. Zuerst noch schnell eine kleine Kaffeefahrt zu einer Behindertenwerkstatt von Agend Orange Opfern (bei der teilweise wirklich schöne Handwerksarbeiten verkauft wurden) und dann direkt weiter zu den Tunneln.
Unser als super englisch sprechend angepriesener Reiseführer entpuppte sich als schwer verständlicher Pausenclown, der uns durch das Areal der Cu Chi Tunnel scheuchte, um in seinem Zeitplan zu bleiben. Dennoch konnte er es nicht verhindern, dass wir das ein oder andere aufgeschnappt und ein paar Foto geschossen haben.
Die ersten Tunnel entstanden in Cu Chi schon 1948 im Kampf gegen die französische Kolonialmacht. Im späteren Kriegsverlauf gegen die Amerikaner und Südvietnamesische Armee wurden die Tunnel dann immer weiter ausgebaut und um weitere Ebenen erweitert. Am Kriegsende umfasste das Netzwerk Tunnel von mehr als 200km Länge und war verteilt auf 3 Ebenen (3m, 6m und 8-10m unter der Erde). Die Tunnel dienten sowohl als Versteckmöglichkeit für die einheimische Bevölkerung, als auch als Rückzug- und Angriffsmöglichkeiten der vietnamesischen Guerilla (auf Grund des schlechten Englisch unseres Führers dachte eine unserer südamerikanischen Gruppenmitgliederinnen, er rede die ganze Zeit von Affen, weil er immer Gorilla sagte… Machte für sie dann aber irgendwann auch keinen Sinn mehr, als die Affen sich über Funkgeräte abgesprochen haben sollen (200km Tunnel buddeln und Fallen aufstellen war wohl alles noch ok für Gorillas)). Später wurden in den Höhlen auch Schulen und Lazarette errichtet.
Für die, die wissen wollten, wie es sich in einem solchen Tunnel anfühlt, die durften in einen extra für Touristen vergrößerten Tunneln einsteigen und ihn bis zu 100m entlanggehen. Der vergrößerte Tunnel war etwa 1,20m hoch und 80cm breit. Die originalen Tunnel waren etwa 80cm hoch und 60cm breit.
Nachdem man sich die Schrecken des Krieges und die Erlebnisse in den Tunneln ganz gut vorstellen konnte, ging es dann erst mal zum Schießstand. Denn jeder Tourist darf hier für 1,5 USD pro Kugel (mind. 10 Kugeln) alles von einer AK47 bis hin zum M60 abfeuern, was einem unter die Finger kommt (und dieses Angebot wurde tatsächlich tatkräftig genutzt).
Auf dem Heimweg von den Cu Chi Tunneln ließen wir uns dann direkt am War Remnants Museum absetzen. Für den ersten vollen Tag in Vietnam haben wir uns für die volle Dröhnung Kriegsgeschichte entschieden. Das Museum zeigt die Geschichte des Krieges anhand von Fotos, Texten und Zeitungsausschnitten. Aus meiner Sicht wird dort mit dem Thema zu einseitig umgegangen, andererseits ist dies aus der Sicht eines vietnamesischen Museums vielleicht auch verständlich. Wir haben jedenfalls unser Wissen später noch durch eine unabhängige Reportage auf YouTube vertieft. Da ein Anschneiden der Vietnamkriegsthematik wohl den Rahmen des Blogs sprengen würde, würde ich jedem der daran interessiert ist, zu einer der unzähligen Reportagen auf YouTube raten.
Nach dem Museum ging es für uns dann noch spazierenderweise durch die Innenstadt, die eine oder andere Sehenswürdigkeit zu besuchen.
Oh no, Wieso habt ihr nicht die Gelegenheit genutzt mit ner M60 zu ballern?!