Als nächstes stand für uns Zentral-Java auf dem Programm. Yagjakarta gilt als das Zentrum im Landesinneren, von dem aus man die größten und eindrucksvollsten Tempel des Landes besichtigen kann.
Hier haben wir uns wieder in einem Homestay einquartiert und wir hatten das große Glück, dass wir uns direkt vor Ort wieder einen Roller mieten konnten. Unser Vermieter schrieb uns eine kleine Liste auf, mit allen Tempeln die lohnenswert sind angesehen zu werden und in welcher Reihenfolge wir diese am besten besuchen können.
Wir ließen uns nicht lange bitte und zogen, inzwischen fast schon rutiniert, mit dem Roller los ins Getümmel. Der erste Tempel auf der Liste war Candi Sambisari (Candi bedeutet Tempel). Ein kleiner, aber sehr gut gepflegter, kleiner Tempel am Rande der Stadt.
Danach ging es direkt weiter zu Candi Sari, den wir nur im Vorbeifahren mit einem kurzen Stop betrachteten.
Der dritte Tempel Candi Plaosan Lor lag etwas außerhalb der Stadt. Der Tempel wurde von der buddhistischen Frau eines hinduistischen Herschers gebaut, und weißt dadurch sowohl hinduistische als auch buddhistische Elemente auf.
Und auch wenn dieser Tempel schon äußerst beeindruckend war, so war doch Punkt vier auf unserer Liste das absolute Highlight des Tages. Candi Prambanan ist der größte hinduistische Tempel Indonesiens und gehört seit 1991 zum UNESCO Weltkultuerbe. Er besteht aus einer Haupttempelanlage und mehreren kleinen Tempeln daneben. Die Haupttempelanlage ist den Göttern Shiva, Vishnu und Brahma geweiht.
Als letzten Tempel des Tages ging es dann zum Candi Ijo. Von hier aus soll man besonders schön den Sonnenuntergang über der Stadt beobachten können … wenn es nicht bewölkt wäre…
Für den nächsten Morgen haben wir uns dann ein weiteres Highlight aufgehoben. Um 5:30 Uhr haben wir uns auf den Roller geschwungen und sind eine Stunde lang Richtung Nordwesten zu Candi Borobudur gefahren. Borobudur gilt als eine der größten buddhistischen Tempelanlagen Südostasiens und ist seit 1991 ebenfalls Bestandteil des UNESCO Weltkulturerbes. Der Tempel ist in Form eines Mandalas aufgebaut und besteht aus sieben Ebenen.
Die unterste Stufe und damit auch die unterste Ebene repräsentiert Kamadhatu (die Welt der Begierde). „Dies ist die unterste Stufe, die Sinneswelt der Menschen.“
Die mittlere Stufe ist Rupadhatu (die Welt der Formen). „Die physische Existenz sucht nach höheren Werten und meditiert über den tieferen Sinn des Lebens.“ Die Ebenen zwei bis fünf des Tempels stellen die Stufe da. Auf ihnen wird das Leben des Siddhartah Guatama als Relief dargestellt.
Die oberste Stufe ist Arupadhatu (die Welt der Formlosigkeit). Sie wird dargestellt als drei runde Terassen die oben auf den anderen Ebenen stehen. „Es gibt keine Mauern und keine Reliefs mehr die den Blick verstellen können. Der Blick für die Seele ist frei und von nichts Irdischem mehr behindert.“
Wer sich übrigens mal wie ein Star fühlen möchte, für den ist Zentralindonesien die richtige Adresse. Kreischende Teens, Blitzlichtgewitter, Interviews und Autogramme, dies alles kann man hier täglich erleben.
Impressionen aus dem Leben zweier Superstars:
OK… die Interviews waren von indonesischen Kindern, die für ihren Englischunterricht mit ausländischen Touristen reden sollten, und die Autogramme waren Unterschriften auf den Zetteln der Kinder, dass sie mit uns gesprochen haben…