Früh am Morgen liefen wir zu der Agentur, bei der wir am vorherigen Tag unser Ticket für die Weiterfahrt gebucht hatten. Von dort aus wurden wir von der netten Agenturientin zum Busbahnhof gebracht und quasi mütterlich in den Bus gesetzt… so hatten wir nicht einmal die Gelegenheit, irgendetwas falsch zu machen…
Die Busfahrt an sich war schon ein Highlight. In einem super bequemen Bus fuhren wir über die Hochebenen von Peru, konnten wunderschöne Bergpanoramen und Alpacas beim Grasen beobachten. Während Danni stundenlang am Fotografieren war, genoß ich nebenbei das beste Internet seit Wochen… Ja! Im Bus, auf den Hochebenen von Peru, fernab jeglicher Stadt hatten wir besseres Internet als in Lima oder Cusco…
Nach knapp 10 Stunden Busfahrt erreichten wir unser Ziel am höchsten See der Welt, die Stadt Puno. Auf der Suche nach einem leckerem und vor allem günstigem Abendessen, stießen wir mehr oder weniger zufällig auf den Plaza de Armas, den zentralen Platz der Stadt, mit seiner Basilica Menor. Der Platz und die Kirche sind nicht wirklich beeindruckend, aber man kommt schließlich auch nicht wegen der Stadt nach Puno.
Für den nächsten Tag hatten wir mal wieder eine Ganztagestour gebucht. Ziel der Reise war, wie unschwer zu erraten, der Titikakasee. Der Name des See setzt sich zusammen aus den Worten Titi = Puma und Kaka = Felsen, denn mit einer gehörigen Portion Fantasie sieht der See von oben aus wie ein Puma auf dem Kopf… wie auch immer die alten Inkas das ohne Satelliten und Flugzeuge sehen konnten… Der See liegt 3812m über dem Meeresspiegel und ist 178km lang und bis zu 67,4km breit. Er beheimatet keine großen Fischen und nur 4 der 42 Insel sind bewohnt.
Eine von diesen vier Inseln war an diesem Tag unser Ziel. Nach ein wenig Hin- und Hergetausche von Booten und Guides ging es für uns nach einiger Wartezeit endlich auf einem relativ großen Boot mit einem englischsprachigen Guide los.
Nach etwa einer Stunde Bootfahrt erreichten wir als Zwischenstopp die Floating Islands. Die, wie man sich bei dem Namen schon denken könnte, schwimmenden Inseln bestehen aus Blöcken von Totora-Schilf. Im Sommer wird das Schilf von den einheimischen Urus (so heißt der Volksstamm auf dem Titikakasee) samt Untergrund zersägt und anschließen zusammengebunden. Danach werden die dadurch entstandenen Inseln verankert und mit getrockneten Schilf belegt. Oben drauf noch ein paar Schilf-Hütten und fertig ist das schwimmende Zuhause.
Wir legten an einer der Inseln an und von den ansässigen Familien wurde uns der Bau und das Leben auf der Insel erklärt. Anschließend wurden wir zu einer kleinen Bootsfahrt auf dem traditionellen Boot der Urus genötigt… man merkte doch recht deutlich, dass die Bewohner fast ausschließlich vom Tourismus leben. Dann wurden uns auch noch die auf der Insel produzierten handwerklichen Waren präsentiert…
Nach einer Stunde Landgang ging es dann mit dem Schiff weiter zur Isla Taquile. Die Insel ist eine von zwei bewohnten Inseln auf der peruanischen Seite des Sees (die andere Seite gehört zu Bolivien). Das Dorf auf der Insel ist ein UNESCO-Weltkulturerbe. Daher dürfen auf der Insel auch keine großen Hotels errichtet werden. Es gibt lediglich ein paar kleine Homestays, bei denen Touristen übernachten können.
Auf der Insel gingen wir von Bord und liefen ein kleines Stück Bergauf zu einem traditionellen Restaurant. Hier wurde uns ein sehr leckeres Mittagessen gereicht und anschließend eine kleine Tanzeinlage und Verkaufsschau präsentiert.
Nach dem Mittagessen machten wir dann einen kurzen Trek über die Insel und wurden auf der anderen Seite von unserem Boot wieder eingesammelt… nach etwas Verwirrung und als wir dann den Letzten der Gruppen an irgendeiner anderen Stelle auf der Insel eingesammelt hatten, ging es schließlich mit dem Boot zurück nach Puno. Alles in allem ein ganz schöner Ausflug, vor Allem der Gang über die Insel. Aber nicht wirklich ein großes Highlight… eher sehr touristisch…