Es ging also wieder mit dem Speedboot von Santa Cruz nach Isabela. All die Hoffnungen, diesmal weiter hinten sitzen zu können, wurden jäh zerschlagen und nach fünfmaligen Umsetzen durch die Crewmitglieder, saßen wir beide wieder zusammen ganz vorne. Als Bonus hatten wir diesmal noch mehr Seegang als bei der ersten Überfahrt und die Fahrt dauerte auch noch eine Stunde länger.
Mit Rückenschmerzen und einem dröhnenden Schädel legten wir nach drei Stunden vor Isabela an. Natürlich wieder nicht am Steg, sondern kurz davor. Diesmal kostete das Wassertaxi auch doppelt so viel, wie auf Santa Cruz… Wenigstens konnten wir uns die Zeit während der Bootsfahrt damit vertreiben, dass wir beide das Funkeralphabet auswendig lernten, das im Boot an der Wand hing.
Wir gingen also in der Hafenstadt Puerto Villamil von Bord und bemerkten schnell, dass unsere Bemühungen Marine Iguanes zu finden, für Experten wohl eher lächerlich gewirkt haben müssen. Nachdem wir nochmal zusätzliche 10$ Nationalparkgebühr für Isabela bezahlen durften und den Steg verließen, stolperten wir fast über ein Dutzend Iguanas, die sich auf dem Weg sonnten und keine Anstalten machten, aus dem Weg zu gehen. Die neu angekommenen, koffertragenden Touristen versuchten sich also zwischen den Iguanas hindurchzuschlängeln, ohne auf sie zu treten.
Auf dem Weg zu unserem Hotel organisierten wir uns noch eine Schnorcheltour für den nächsten Tag zum berühmten Schnorchelspot Los Tuneles. Wir hatten es uns zwar etwas einfacher vorgestellt, aber bei der ca. 5 Agentur wurden wir dann schließlich fündig und haben bei einem netten und witzigen Anbieter unsere Tour gebucht und unsere Leihausrüstung gleich mitgenommen.
Am Abend machten wir dann nurnoch einen kleinen Sapziergang zum Flamingo-See und gingen etwas essen.
Gut erholt von der vortätigen Bootsfahrt standen wir am folgenden Tag früh auf, um vor unserer Schnorcheltour noch etwas die Insel zu erkunden. Bei der Ankunft auf der Insel hatten wir gesehen, dass es am Hafen einen kleinen Pfad zu einer abgeschiedenen Lagune gibt. Wir liefen also los und fanden auf dem Pfad einen faulen Haufen Seelöwen vor, der sich größte Mühe gab, den Weg zu versperren und der das Passieren zu einem Balanceakt machte.
Und dann ging es los auf das beste Schnorchelerlebnis, dass wir bis dato hatten. Mit dem Boot fuhren wir hinaus zum Tauchspot bei Los Tuneles und warm eingepackt in unseren dicken Neos gingen wir mit unserem Schnorchelguide ins Wasser. Was wir dort gesehen haben, hatte meine kühnsten Erwartungen übertroffen. Schon in kurzer seit sahen wir viele riesige Wasserschildkröten die ungestört ihre Bahnen zogen und nach Futter suchten.
Als wir dann noch etwas weiter in ein angrenzendes Gebiet schwammen, sahen wir auch noch Seepferdchen, Oktopusse und jede Menge Weißspitzenhaie.
Nach dem Schnorchelgang ging es weiter zum eigentlichen Los Tuneles. Eine große Gesteinsformation im Wasser aus Lavagestein, das unzählige Tunnel gebildet hat. Hier stoßen wir direkt auf das nächste Highlight, einer Familie von Blue Footed Boobies (Blaufußtölpel).
Nach dem kleinen Landgang ging es dann weiter zu einem zweiten Tauchspot in der Nähe. Und auch diesmal hatten wir wieder großes Glück mit der Tierwelt. Neben weiteren tollen Wasserschildkröten gesellte sich diesmal auch ein Seelöwe zu uns ins Wasser um mit uns zu spielen.
Auf dem Rückweg zum Hafen fuhren wir dann noch an einem Felsen weit außerhalb der Küste vorbei, auf dem eine andere Tölpelart nistete.
Für uns war dieser Tag ein fantastisches Erlebnis und eines der absoluten Highlights. Die Tierwelt auf Galapagos war einfach so vielfältig und frei von Ängsten, dass man sie aus der Nähe in ihrem natürlichen Umfeld bewundern konnte.
Am nächsten Tag bewiesen wir dann, dass man neben Natur auf Galapagos auch Kultur bewundern kann. Wir liehen uns zwei Fahrräder und fuhren durch die Hitze entlang eines schönen Weges zu der El Muro de las Lagrimas, der Mauer der Tränen.
In den Jahren 1945 bis 1959 wurden die Gefangen der Strafkolonie auf Isabela gezwungen, diese 25m hohe Mauer zu bauen. Tausende Gefangene kamen bei diesem Unterfangen ums Leben.
Auf dem Weg zurück in die Stadt machten wir dann noch einen kleinen Abstecher zum Playa del Amor.
Anschließend machten wir uns mit geliehener Schnorchelausrüstung noch mal auf den Weg zu der Lagune in der Nähe des Hafens, der sog. Concha de Perla, um dort genüsslich den Tag ausklingen zu lassen. Dadurch, dass die Lagune durch Felsen fast vollständig vom Meer abgeschnitten war, kamen wir uns vor, als schnorchelten wir in einem Aquarium.
Am nächsten Tag um 5 Uhr morgens war das Abenteuer Isabela dann auch schon wieder vorbei und wir fuhren für einen letzten Tag zurück nach Santa Cruz.