Taipeh… im Regen

Mit dem Flugzeug ging es mit von Phnom Penh aus weiter nach Taipeh. Mal wieder mit Air Asia… mal wieder über Kuala Lumpur… so langsam kennen wir den Flughafen. Wir haben dort gemütliche sechs Stunden beim Burger King verbracht und sind dann spät Nachts in Taipeh gelandet.

Da die MRT (die U-Bahn) nur bis 24 Uhr fährt mussten wir uns beeilen aus dem Flughafen zu kommen. Also schnell zum Einreiseschalter geeilt, wo wir uns fix unseren Stempel abgeholt haben und dann im Sauseschritt zur Gepäckausgabe. Mit dem Gepäck ging es dann zum Ausgang. 20m bevor wir die rettenden Ausgangstüren erreichten, wurden wir ‚verdachtsunabhängig‘ von dem sympatischen taiwanesischen Zollangestellten zur Gepäckkontrolle gebeten… als Einzige… als einzige Weiße unter hunderten Asiaten…

Um kurz nach 24 Uhr wurden wir dann lächelnd gehen gelassen… Dankeschön Taiwan-Zoll für die 30€ Taxifahrt in die Innenstadt…

Am nächsten Tag wurde dann erst mal lange ausgeschlafen, bevor es mit der MRT zum ersten Highlight der Stadt ging… Wobei eigentlich die MRT schon ein Highlight ist. An der Bahnstation sind Wartestreifen auf den Boden gemalt, wo sich die Türen befinden werden, wenn der Zug hält. Die Leute stellen sich wirklich an diese Wartestreifen hintereinander und warten dort, bis die U-Bahn kommt. Dann dürfen erst alle Leute aussteigen und dann steigen alle der Reihe nach ein… Würde bei uns niemals funktionieren.

Lange Rede kurzer Sinn; Ziel der Reise war der Taipeh 101. Der Taipei World Financial Center war von 2004 bis 2007 mit 508m das höchste Gebäude der Welt. Momentan belegt er in dieser Rangliste Platz 7. Leider war das Wetter sehr diesig und deswegen verzichteten wir erstmal auf einen Aufstieg zur Spitze des Gebäudes.

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Nachdem wir uns etwas die Zeit in der Taipeh 101 Shopping Mall vertrieben haben wurde aus diesig monsunartige Regenfälle. Da wir in der Mall keinen Buchladen finden konnten und es auf Nachfrage dort auch keinen gab, wurden wir zu einem Buchladen zwei Blocks weiter geschickt. Zu unserem Glück führte der Weg dorthin fast vollständig über den überdachten Skywalk der Stadt, einen Fußgängerweg in 15m Höhe. Da der Buchladen dann letzendlich 4 Stockwerke hatte, hatten wir uns dort so lange die Zeit vertrieben, bis es kaum noch regnete.

Zu Fuß ging es weiter zum Songshan Cultural and Creative Park, einem alten Industriegelände, das renoviert wurde und jetzt als Heimat von vielen kleinen künstlerischen Geschäften und Ausstellungen dient.

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Am nächsten Tag wurde das Wetter leider nicht besser, (das hat man wohl davon, wenn man zur Monsunzeit nach Taiwan fährt) aber wir ließen uns es trotzdem nicht nehmen, zum Konfuziustempel zu fahren. Der Tempel diente und dient dazu, den chinesischen Gelehrten Konfuzius zu verehren. Konfuzius lebte von 551 – 479 v. Chr. Er galt als einer der weisesten Menschen und der größte Lehrmeister seiner Zeit. Viele namenhafte und mächtige Männer wollten von ihm unterwiesen und beraten werden. Konfuzius lehrte seinen Schülern neben Wissensfertigkeiten, wie Rechnen, Lesen und Schreiben auch körperliche Fähigkeiten wie das Bogenschießen. Für ihn war das eigenständige Denken sehr von Bedeutung.

Die primären Prinzipen des Konfuzianismus sind:

  • Jen – die goldene Regel
  • Chun-tai – die Tugend
  • Cheng-ming – die soziale Rolle einnehmen
  • Te – die Kraft der Tugend
  • Li – idealer Verhaltenscodex
  • Wen – die friedvolle Kunst (Musik, Poesie, etc.)

Im Tempel selbst sind viele von Kunfuzius Lehren auf kleine verzierte Holzbretter geschrieben, die an den Wänden hängen… auf Chinesisch… da wir leider kein Chinesisch können, mussten wir so dumm gehen, wie wir gekommen sind…

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Im Anschluss ging es über die Straße zum gegenüber gelegenen Bao’an Tempel. Der Tempel hat den UNESCO Asia-Pacific Heritage Award gewonnen für die Restauration und die Wiederbelebung der Tempelriten. Er ist voller traditioneller dekorativer Kunst und weiß durchaus durch seine liebevolle Gestaltung zu überzeugen.

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Da es nach wie vor regnete, hatten wir uns dazu entschlossen als nächstes einen überdachten Aktivitätspunkt auszuwählen. Also ging es mit dem Bus in das National Taiwan Science Education Centre. Obwohl es von der Bushaltestelle zum Eingang nur knapp 200m waren, hatten wir hinterher das Gefühl dorthin geschwommen zu sein. Die Kleidung war so durchnässt, dass sich Danni auf der Toilette erst einmal die Hose ausgewrungen hatte… Trotzdem ließen wir uns den Spaß im Museum nicht nehmen. Einer der Höhepunkte war die Darstellung des menschlichen Darms, den man durch den Mund betreten, dann durchlaufen und am Ende durch den Ar*** wieder verlassen konnte…

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Dann war es mit Taipeh erst mal vorbei. Am nächsten Morgen brachen wir auf in Richtung Südosten, um die Städte am Ostufer Taiwans unsicher zu machen. Das Reisegefährt der Wahl war diesmal der Zug. Zum ersten Mal seit Monaten hieß es, nicht mit einem versifften Bus von Stadt zu Stadt zu reisen, sondern elegant auf Gleisen dahinzuschweben… und WOW!, wer in Taiwan mit dem Zug fährt, kann echt nichts verkehrt machen. Gut, an das Design muss man sich vielleicht erst noch gewöhnen, aber in Sachen Komfort kann sich die Deutsche Bahn noch vier bis siebzehn Scheiben abschneiden. Die Züge haben gefühlt einen Meter Beinfreiheit und jeden Sitzreihe kann bei Bedarf gedreht werden, um einen Vierersitz draus zu machen. Die Sitze können vollständig zurückgelappt werden, ohne dass der Hintermann sich belästigt fühlt… ein Traum.

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