Be Water My Friend

Von Vientiane aus ging es dann mit dem Bus weiter nach Vang Vieng. Das am Fluß Nam Xong gelegene Dorf gilt als Party und Szene Hochburg der Backpacker. Der Backpacker von Welt kommt hier her, um reichlich Alkohol zu konsumieren und nebenbei einige der actionreichen Attraktionen auszuprobieren. Nicht wenige der angetroffenen Touristen tragen ein Beerlao T-Shirt mit der Aufschrift „Drink Triple, See Double, Act Single“.

Diese nicht allzu clevere Kombination aus Alkohol und Actionsport führte im Jahr 2011 zu 22 tötlichen Unfällen und bis Mitte 2012 zu 6 weiteren. Als Reaktion darauf hat die laotische Regierung 24 Bars geschlossen, die überwiegend am Fluß gelegen waren.

Uns sollte das ganze jedenfalls nicht abschrecken und wir hatten uns bei der Ankunft in Vang Vieng direkt mal auf die Suche nach einer Travel Agency gemacht, um uns eine actiongeladene Tour für den nächsten Tag zu buchen. Gesagt getan. Gebucht wurde nach einer längeren Diskussion und nach tausend gestellten Fragen eine Tagestour mit mehreren unterschiedlichen Programmpunkten. Uns wurde zugesichert, dass wir maximal 10 Leute auf der Tour sein werden, dass der Fluss schön ruhig ist und dass für uns ein Dreier-Kayak zur Verfügung steht.

Am nächsten Morgen wurden wir dann im nieselnden Regen von einem Tuk-Tuk am Hotel aufgelesen, das uns zu unserem Startpunkt brachte. Auf dem Weg wurde dann noch an diversen Hotels gehalten und es wurden immer mehr Leute in das völlig überladene Tuk-Tuk eingeladen. Am Ende waren wir 17 Teilnehmer, die mit auf die Tour gekommen sind… 10 oder 17, wer wird denn da so kleinlich sein…

Mit dem Tuk-Tuk am Fluss angekommen ging es dann erst mal zu Fuß weiter. Da es die ganze Nacht geregnet hatte, glich das Laufen auf dem schlammigen Feldwegen einer Rutschpartie. Wenn uns wenigstens beim Buchen mal jemand gesagt hätte, wo wir langlaufen müssen, dann hätten wir vielleicht auch was Anderes als Flip-Flops getragen. So hatte man gleich das doppelte Problem, dass zum einen die Flip-Flops tierisch auf dem glitschigen Untergrund gerutscht sind und zum anderen ist der Fuß in dem total durchnässten Flip-Flop hin und her gerutscht… sagen wir wies ist… nicht jedes Gruppenmitgleid kam ohne Schlamm an der Hose am Ziel an…

Der durch den Spannungsbogen sehr erregte Leser fragt sich nun natürlich, was das erste Ziel war…Trommelwirbel… Zuerst ging es zum Tubing durch eine Höhle. Unter Tubing versteht man, dass sich der oder die Actionbackpacker/in mit dem Hintern in einem aufgeblasenen Gummireifen setzt und sich damit dann übers Wasser fortbewegt. In unserem Fall an einem Seil entlang durch eine Höhle.

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Vom Tubin aus ging es dann zurück zum Tuk-Tuk, aber nicht ohne sich unterwegs die Elephant Cave anzuschauen. Den Namen hat die Höhle von dem natürlich entstandenen Stein in Form eines Elefanten.

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Mit dem Tuk-Tuk ging es dann weiter zu einer anderen Stelle am Fluss, von wo aus wir das Kayaking starteten. Wie von dem Tourenanbieter versprochen, lag dort dann natürlich auch das Dreier-Kayak für uns bereit… nicht! Es gab also selbstverständlich nur Zweier-Kajaks und wir hatten einfach Pech gehabt… Sarah ist dann zusammen mit dem Guide in ein Kayak, was sich als durchaus schlauen Schachzug herrausstellen sollte. Der stille, langsame Fluss erwies sich nämlich doch recht rasch als Wildwasserfluss mit vielen Stromschnellen. Daher war die Ansage schön brav hintereinander mit etwas Abstand zu fahren, was sich doch als eher schwierig erwies, da ein großer Teil der Gruppe noch nie Kajak gefahren ist (und auch nicht schwimmen konnte).

Nach einer halben Stunde passierte dann das, was man einer koreanischen Kriegserklärung gleichsetzen könnte. Völlig überfordert kam kurz vor einer großen Stromschnelle ein Kayak mit koreanischer Besatzung herangeschossen und drängte uns in die Stromschnellen ab. Auf Grund der Strömung war ein ausweichen nicht mehr möglich und so wurden wir seitlich in die Welle gedrückt und haben uns selbst den Flussgöttern geopfert. Durch reinen Heldenmut konnte Danni noch unsere Flip-Flops vor dem Ertrinken retten und von da an ging es durchnässt weiter.

Zur Stärkung unseres Egos sind glücklicherweise später noch weitere Boote gekenntert oder in der Strömung im Gebüsch hängen geblieben. Als es dann später auch noch angefangen hat stark zu regnen, waren sowieso alle komplett nass.

An einer Bar wurde dann eine 20 minütige Pause eingelegt, die in wirklichkeit 1,5 Stunden dauerte… Asiaten sehen es mit der Zeit nicht so eng… damit einige aus der Gruppe noch Slacklining machen konnten (seilbahnartig von einer Baumstation zur nächsten fahren). Stark ausgedünnt (Teile der Gruppe hatten an dieser Station die Fahrt abgebrochen), ging es dann weiter zum Zielpunkt der Kayaktour.

(Wir haben uns nur getraut Fotos zu machen, wenn der Fluss ruhig war…)

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Weiter ging es schließlich zur letzten Station des Tages, der blauen Lagune. Sicher wäre es hier etwas schöner gewesen, wenn es nicht geschüttet hätte wie aus Kübel, dafür war es aber schön leer 🙂

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Erschöpft aber glücklich ging es zurück zum Hotel, wo die heißen Duschen erstaunlicherweise funktionierten und danach ging es weiter zum Abendessen und zum Ausspannen auf dem Balkon 🙂

 

 

 

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