Von San Cristobal aus ging es also mit dem Speedboot früh morgens nach Santa Cruz, genauer gesagt nach Puerto Ayora, der größten Stadt von Galapagos. Nach nur wenigen Minuten Fahrt auf dem Boot merkten wir doch sehr schnell, dass die drei 300 PS Riesenmotoren nicht nur zur Zierde am Heck angebracht waren. Ohrenbetäubend schoss das Boot durch die Wellen. Gnade denen, die weit vorne im Boot sitzen mussten… Mist, wir hätten uns wohl irgendwie besser durchsetzen müssen bei der Sitzplatzwahl.
Nach zwei Stunden Schleudertrauma und Bandscheibenvorfall hatten wir die Tortur überstanden. Wer einen schwachen Magen hat, sollte vor der Überfahrt beten und für einen Sitzplatz am Heck den ein oder anderen Passagier über Bord schupsen… Die Kotztüten baumelten jedenfalls süffisant grinsend von der Decke.
In Puerto Ayora angekommen, brachte uns das Boot nicht bis zum Steg, sondern stoppte 100m davor. Von hier aus musste man dann mit dem Wassertaxi bis zum Steg fahren und natürlich noch das Wassertaxi zusätzlich bezahlen. Abzocke vom Feinsten…
An Land angekommen, wurde erstmal züchtig gefrühstückt, denn zum Einchecken war es noch zu früh. Anschließend gingen wir zu einer Tauchschule, mit der wir schon gemailt hatten und registrierten uns für die Tour am nächsten Tag. Vor Ort konnten wir dann schonmal unsere Ausrüstung aussuchen und anprobieren und fühlten uns beim administrativen Teil der Agentur gut aufgehoben.
Anschließen liefen wir zum Hotel, luden unsere Sachen ab, machten eine kurze Pause und zogen dann direkt weiter die Insel zu erkunden. Spontan entdeckten wir auf der Karte den Weg zur Tortuga Bay und wir ließen es uns natürlich nicht nehmen eine Stunde zu dem Strand zu laufen, an dem es angeblich mal wieder Iguanas geben sollte.
Nach einem einem schönen Spaziergang erreichten wir schließlich den Strand und diesmal wurden wir nicht enttäuscht. Nach nur wenigen Metern stießen wir auf den ersten Marine Iguana und seine typischen Spuren im Sand. Je weiter wir den Strand entlang liefen, desto mehr Iguanas konnten wir entdecken. Nach einiger Zeit sahen wir sogar einige in den Wellen schwimmen.
Kurze Zeit später stießen wir noch auf den Badestrand mit weniger Wellengang und Ströhmung, aber der einsetzende Nieselregel und das Nichtvorhandensein von Badeklamotten gepart mit eisiger See hielten uns davon ab ins Wasser zu gehen. Stattdessen machen wir uns gemächlich wieder auf den Rückweg.
Unser nächstes Ziel war der legendäre Fischmarkt von Puerto Ayora. Wir liefen entlang der Uferpromenade, bis wir auf einen sehr kleinen Bereich stießen, an dem ein paar lokale Fischer ihre Waren anpreisen. Der Fischmarkt ist wohl weniger für seine Größe bekannt, als mehr für sein Publikum. Seelöwen, Reier und Pelikan geiern um die Gunst der Händler und erfreuen sich an den Fischabfällen. Lebendige Müllschlucker sozusagen… aus Überzeugung.
Nach einem kurzen Abendessen am Pier gingen wir zeitig zurück ins Hotel und ins Bett, denn am nächsten Tag startete früh unsere Tauchtour.
Um kurz vor sieben Uhr trafen wir an der Tauchschule ein, die fünf anderen Mittaucher unserer Gruppe waren schon vor Ort. Kurze Zeit später traf auch Isreal, unser Divemaster, ein. Mit zwei Taxen ging es dann 45 Minuten lang zum nördlichen Hafen der Insel. Dort stiegen wir um auf das Tauchboot und fuhren hinaus zu unserem Tauchspot North Seymour.
Leider können wir an dieser Stelle (noch) keine Bilder zeigen. Da unsere Kamera nur bis 15m Wassertiefe dicht ist und wir mehr als 20m tief tauchen wollten, hatten wir sie sicherheitshalber zu Hause gelassen. Unser Tauchbuddy Huub hat allerdings ein paar Fotos geschossen, die er uns hoffentlich noch zukommen lässt.
Direkt nachdem wir aus dem Boot ausgestiegen waren und unsere Tauchtiefe erreichten ist an uns ein Hammerhai vorbeigeschwommen… ein hammer Gefühl. Im weiter Verlauf des Tauchgangs konnten wir dann noch zwei Wasserschildkröten und einen schlafenden Weißspitzenhai sehen. Alles in allem ein tolles Erlebnis, auch wenn wir auf Grund des Wetters und des Seegangs leider eine eingeschränkte Sicht hatten.
Während wir dann mit dem Boot zu unserem zweiten Tauchspot, Mosquera, fuhren, gab es dann für alle einen Zwischensnack. An Mosquera angelangt gingen wir wieder bei starkem Seegang ins Wasser. Auf diesem Tauchgang konnten wir leider wenig Spektatkuläres sehen. In hohen Wellen stiegen wir anschließend schnell aus dem Wasser und fuhren zurück zum Hafen. Währenddessen wurde uns ein leckeres Mittagessen gereicht. Die Organisation an Bord war echt spitze!
Da wir schon am frühen Nachmittag wieder in Puerto Ayora waren, entschlossen wir uns spontan mit Huub zum Schnorcheln nach Las Grietas zu gehen. Wir liehen uns also noch schnell Schnorchelequipment und fuhren dann ein Stückchen mit dem Wassertaxi, bevor wir noch 15 Minuten zu Fuß zu der mit Meerwasser gefüllten Felsspalte gelangten. Es kostete schon etwas Überwindung ohne Neoprenanzug in das kalte Wasser zu gehen, aber es hat sich gelohnt!
Am Abend gingen wir dann in Los Kioskos essen. Ab 18 Uhr wird ein kleiner Straßenabschnitt in der Innenstadt abgesperrt und alle angrenzenden Lokale stellen ihre Tische auf die Straße und bereiten fangfrischen Fisch und Langusten zu. Wir suchten uns eins der Restaurants aus und bestellten Ceviche und gegrillten Thunfisch. Man kann wohl mit Fug und Recht behaupten, dass dies einer der besten Fische war, die ich jemals gegessen habe.
Am nächsten Morgen besuchten wir dann das Estacion cientifica Charles Darwin. In dieser Researchstation gibt es verschiedene Aufzuchstationen und Arterhaltungsprogramme. Außerdem werden in einem Museum verschiedene Bilder, Tierskelette und Gesteine ausgesstellt. Wer ganz aufmerksam ist, bekommt auch einen Schildkrötenstempel in seinen Pass.
Am Nachmittag hieß es dann wieder Rucksack packen, denn mit dem 14 Uhr Boot ging es von Santa Cruz nach Isabela.
Wow. Das waren wohl (abgesehen von den Nepal-Beiträgen natürlich) die interessantesten Fotos! Ich glaube ich muss mal nach Galapagos!
Definitv! Ich glaube mit dem kurzen Cruise und nen paar Tagen Inselhopping bekommt man das beste Gesamtpaket von Galapagos 🙂