El Chaltén war ein kleines Dörfchen direkt in den Bergen fernab jeglicher Zivilisation. Auch dies war wieder ein Ort, in dem es nichts gab außer Hotels, Souveniers und Restaurants… und extrem teure Supermärkte mit kaum Sortiment. Aber wir waren ja nicht zum Einkaufen gekommen, sondern zum Wandern und dazu ist El Chaltén genau der richtige Ort.
Für unseren ersten vollen Tag in El Chaltén hatten wir uns eine Wanderung zur Laguna Torre ausgesucht. Sportlich ging es knapp 20km durch den Parque Nacional los Glacieres zu der Laguna Torre. Von ihrem Ufer aus hatten wir einen tollen Blick auf den Torre Mountain und auf den Glaciar Grande. Der Weg gestaltete sich als abwechslungsreich über Berge und durch Täler. Viele Anden-Orchideen säumten den Weg und hin und wieder hatten wir Aussicht auf den Rio Fitz Roy.
Um uns den Gletscher noch etwas genauer ansehen zu können, entschließen wir uns am Rande des Sees noch ein Stückchen weiter zu wandern, um auf die andere Seite des Sees zu gelangen. Durch die herunterrutschende Geröll- und Schuttschichten sah der Gletscher etwas aus wie Baiser mit Kakaoschicht 🙂
Auf dem Rückweg hatten wir dann noch das Glück, zwei Woodpecker bei der Arbeit zu sehen. Die vielen Menschen, die uns am Mittag auch noch entgegen kamen, bekräftigten unsere Entscheidung, früh aufgebrochen gewesen zu sein.
Obwohl der Weg nicht wirklich anspruchsvoll gewesen war, waren wir nach den 20km doch trotzdem ziemlich platt und fielen erschöpft ins Bett… Da wir aber gerade so schön eingelaufen waren, ging es am nächsten Morgen gleich auf die nächste 20km Tour… diesmal auch etwas anspruchsvoller.
Um wieder etwas vor dem großen Andrang los zu kommen, standen wir wieder einmal früh auf und starteten nach einem kurzen Frühstück unseren Trek zur Laguna de los Tres am Fuße des Fitz Roy. Während der ganzen Wanderung hatten wir einen tollen Ausblick auf den berühmtesten Berg der Gegend. Leider war trotz des sonst guten Wetters die Spitze des Berges durchgängig in Nebel gehüllt.
Während der Wanderung bekamen wir auch häufig eine Aussicht auf das angrenzende Tal mit dem Rio de las Vueltas, der sich wie eine türkisene Schlange durch das Tal schlängelte. Durch Wäldchen und über schmale Brücken geht es zum letzten Abschnitt der Wanderung. 400 Höhenmeter auf nur einen Kilometer Wegstrecke… Schon unten warnen Schilder vor den schwierigen Bedingungen und den gefährlichen Böen. Trotzdem ist der Pfad gut besucht von Wanderern aller Konditionsstufen :D. Die Mühe hatte sich auf jeden Fall gelohnt. Von ganz oben bekamen wir eine fantastische Aussicht auf den Gletscher Fitz Roy, den Berg selbst und die zugefrorene Laguna de los Tres.
Auf den Rückweg führt uns die Wanderung dann noch an der abgeschiedenen Laguna Capri vorbei (hat leider nichts mit der Capri Sonne zu tun…)… Für die Bemühungen der letzten zwei Tage belohnen wir uns dann am Abend selbst mal wieder mit zwei leckeren Burgern… teuer war hier sowieso alles…
Tags darauf hieß es dann für uns schon wieder Abschied nehmen aus dem Wanderparadies… aber natürlich nicht ohne eine kleine Abschiedswanderung am Morgen zu unternehmen. So zog es uns also noch einmal zwei Stunden zu den Mitadores los Condores und las Aguilas. An den zwei Aussichtspunkten hatten wir noch einmal einen wunderbaren, abschließenden Ausblick über die Stadt El Chaltén auf der einen Seite und die schönen Täler, Lagunen und Berge auf der anderen Seite. Wie immer wurde uns dabei auch ordentlich eingepfiffen…
Dann ging es wieder weiter auf unserem Roadtrip. Mit einer erneuten Übernachtungspause in El Calafate fuhren wir weiter nach Rio Gallegos weit in den Osten an die Atlantikküste von Argentinien.